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Befragung von 120 Produktionsstandorten der deutschen Futtermittelindustrie
ergab, dass einige Standorte die Errichtung von KWK-Anlagen nun planen
Studie: Futtermittelproduzenten erzeugen nur wenig Eigenstrom

2014-03-13 Die Mehrzahl der Großbetriebe, die Futtermittel produzieren, nutzt derzeit noch keine Kraft-Wärme-Kopplung und produziert keinen Eigenstrom. Das ist das Ergebnis einer Befragung von fast 120 Produktionsstandorten der deutschen Futtermittelindustrie. Für die Zukunft planen einige Standorte jedoch die Errichtung von KWK-Anlagen.

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen) sind üblicherweise wärmegeführt. Das bedeutet: Sie benötigen einen möglichst gleichbleibenden, stabilen Wärmebedarf.

Vor diesem Hintergrund eignen sich Betriebe der Futtermittelindustrie nur bedingt für den KWK-Einsatz. Zwar ist der eigentliche Produktionsprozess zumeist wärmeintensiv. Vor allem bei Pressvorgängen und der Trocknung werden Temperaturen bis 120 °C benötigt.

Problematisch ist jedoch die saisonale Struktur des Produktionsprozesses. Dieser richtet sich nach dem Wachstum und der Ernte der Futtermittel. Entsprechend produzieren die meisten Betriebe der Futtermittelbranche nur von April bis November. Sie kommen so nicht auf eine ausreichende jährliche Betriebsdauer für eine Eigenstromerzeugung.

Den tatsächlichen Stand der KWK-Nutzung in der Futtermittelbranche hat ecoprog im Januar und Februar 2014 in 120 großen Produktionsstandorten der Branche untersucht. Dabei konnte in immerhin 20 Prozent der untersuchten Standorte eine KWK-Anlage nachgewiesen werden - trotz der Saisonalität der Produktion.

„Dort, wo eine KWK-Anlage betrieben wird, bedient sie im Winter in der Regel externe Wärmekunden, etwa Fernwärmenetze oder öffentliche Einrichtungen“, so Marcel Siebertz, verantwortlicher Projektmanager bei ecoprog. „Denn eigentlich ist der Wämebedarf der Futtermittelindustrie eine ideale Ergänzung zu dem winterlichen Bedarf vieler anderer Wärmekunden. Für die Realisierung dieses Potentials bedarf es jedoch intelligenter Projekte - und natürlich einer gewissen räumlichen Nähe der unterschiedlichen Wärmekunden.“

Grundsätzlich ist das Interesse an KWK-Lösungen in der Futtermittelbranche vorhanden, wie auch die Ausbauplanungen an weiteren Standorten zeigen. Diese Aufbruchsstimmung wird nur  durch die geplante Eigenstrom-Abgabe der Bundesregierung getrübt. „Dass es diese Planungen überhaupt gibt, beschädigt den Markt. Dass ihre genauen Rahmenbedingungen nach wie vor unklar sind, ist aktuell jedoch der größere Schaden“, so Siebertz.

Insgesamt erwirtschaften in der Futtermittelbranche über 700 Betriebe mit knapp 9.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro. In über 500 dieser Betriebe arbeiten allerdings weniger als 10 Mitarbeiter. Die Untersuchung von ecoprog hat sich vor allem auf Großbetriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern konzentriert.

Die Untersuchung ist Teil einer regelmäßigen monatlichen Erhebung von KWK-Standorten in unterschiedlichen Industriezweigen. Bislang wurden im Rahmen dieser Erhebung über 1.000 Industriestandorte im Hinblick auf ihre Nutzung von KWK-Anlagen befragt. Mehr Informationen zu dieser Datensammlung sind verfügbar unter www.kwk-datenbank.de.

Als anerkannter Brancheninsider begleitet das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog in- und ausländische Kunden bei umsetzungsorientierten Managementfragen in der Umwelt- und Energietechnik. Schwerpunkte von ecoprog sind die Strategieberatung, Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Multi-Client-Studien.



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