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Zur Bedeutung der Eigenstromerzeugung in der Branche der
deutschen Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung
Nur 10 Prozent der Oberflächenveredeler und Wärmebehandler setzen auf Eigenstromerzeugung

2014-05-14 Aktuell setzen nur etwa 10 Prozent der Unternehmen der Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung auf eine eigene Strom- und Wärmeerzeugung. Eine zukünftige Zahlungspflicht der EEG-Umlage verunsichert die Branche derzeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von über 180 Produktionsstandorten.

In Deutschland sind rund 3.900 Unternehmen in der Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung tätig. Davon haben 20 Unternehmen 250 und mehr Mitarbeiter. Das Hauptgeschäft der Brache ist die Herstellung veredelter Metall- und Glasprodukte, zum Beispiel für die Automobilindustrie.

Die 180 untersuchten Standorte der groß- und mittelständischen Industrie setzen bisher nur begrenzt auf eine Eigenstromversorgung. Über 90 Prozent der untersuchten Standorte verfügen nicht über eine KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung).

Der Hauptgrund hierfür liegt im Produktionsprozess der Branche. Denn dieser ist auf eine exakte und punktuelle Wärmeversorgung ausgerichtet – etwa an der Oberfläche eines Metalls. Deshalb wird Wärme oft über den direkten Einsatz von Erdgas (in Form einer heißen Flamme) oder über eine strombetriebene Heizung (in Heizöfen oder Tauchsiedern) bereitgestellt. Dabei werden, etwa um die Oberflächenstruktur von Metallen und Gläsern zu verändern, Temperaturen von bis zu 2.200°C benötigt.

Hierfür braucht man viel Strom und Erdgas. Aktuell profitieren daher über 180 Unternehmen der Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung von einer reduzierten Zahlungspflicht der EEG-Umlage.

„Doch nach dem aktuellen Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird die Branche diesen Status ab dem kommenden Jahr verlieren“, sagt Marcel Siebertz, Projektleiter der Untersuchung. „Konkret bedeutet das, dass die Oberflächenveredeler und Wärmebehandler bis 2019 schrittweise die volle EEG-Umlage zahlen müssen.“

Die energieintensiven Unternehmen müssen die EEG-Umlage dann aber nicht nur beim Stromeinkauf leisten. Auch die Eigenstromversorgung soll künftig durch die Zahlung der EEG-Umlage belastet werden. Neue KWK-Anlagen in der Industrie sollen 15 Prozent der EEG-Umlage zahlen.

Die Untersuchung zu KWK in der Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung ist Teil einer regelmäßigen monatlichen Erhebung von KWK-Standorten in unterschiedlichen Industriezweigen. Seit Mitte 2013 wurden im Rahmen dieser Erhebung 1.250 Industriestandorte in 21 Branchen im Hinblick auf ihre Nutzung von KWK-Anlagen befragt. Mehr Informationen zu dieser Datensammlung finden Sie unter: www.kwk-datenbank.de

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