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Schweinswale und WKA-Rammarbeiten: Probleme mit den Dezibel
Naturschutzverbänden, die auch Ökostromvermittler sind, blicken weg
Wattenrat: Technische Analphabeten oder wieder nur ein X für ein U?

2014-10-20 Die Pressemitteilung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg als Genehmigungsbehörde für Offshore-Wind”parks” bringt es an den Tag. „Der Grenzwert des BSH zum Schutz des Schweinswals konnte nahezu verlässlich eingehalten werden“, stellt BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz erfreut fest. Die Auswertung der im Jahr 2014 durchgeführten Messungen des Unterwasserschalls während der Bauarbeiten von Offshore-Windparks hat gezeigt, dass der Grenzwert des BSH zum Schutz des Schweinswals nahezu verlässlich eingehalten werden kann.

„Wir haben bei der Reduktion von Lärmwerten beim Bau von Offshore-Windparks spürbare Fortschritte zu verzeichnen. Es ist beeindruckend, was die Kreativität von Ingenieuren zu Wege gebracht hat und welche innovativen Lösungen zur Schallminderung in den letzten Jahren entwickelt werden konnten“ betonte Breuch-Moritz.

Seit Beginn des Baus des Testfeldes für Offshore-Windenergie „alpha ventus“ 2009 werden Schallminderungssysteme erforscht, entwickelt und mittlerweile seriell bei jeder Installation in Offshore-Bauvorhaben eingesetzt. Die Umsetzung wird durch Maßgaben begleitet, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeitet und festgelegt werden.
Ein fassungsloser Kommentar von Manfred Knake:

Die ganze Welt liebt Wale: Whale-Watching ist der Tourismus-Renner, gegen den Walfang in Norwegen oder Japan wird demonstriert, Boote von Greenpeace oder Sea Shepherd fahren zur Anti-Waljagd aus und stören Walfänger auf See. In Deutschland ist alles ganz anders: Da spendet man gerne z.B. für Greenpeace oder die „Umweltverbände“, unterstützt aber damit gleichzeitig die weitgehende Untätigkeit dieser Verbände beim “nachhaltigen” Schutz  des Kleinen Tümmlers oder Schweinswals vor dem Verletzungs- oder Tötungsrisiko durch eine enorm laute Dauerbeschallung unter Wasser für eine vorgeblich “ökologische” Energiewende. Bei den Rammarbeiten für die Fundamente der Offshore-Wind“parks“ in der Nord- und Ostsee, die angeblich die Welt vor dem Klimakollaps retten sollen, aber in Wirklichkeit nur ein hochsubventioniertes Geschäftsmodell für Hersteller, Projektierer und Betreiber sind, entstehen unglaublich hohe Schalldrücke von mehr als 200 Dezibel. 200 Dezibel, ein logarithmischer Wert, sind das Mehrfache des Lärms eines startenden Düsenflugzeugs in 30m Abstand. Für Wale bedeutet das die Schädigung oder den Verlust der Ortungsorgane und kann zum Tod führen. In Schleswig-Holstein wurden im Sommer 2012 an der Westküste mehr als 130 Schweinswale tot angetrieben, gleichzeitig fanden Rammarbeiten im Windturbinenfeld „Alpha Ventus“ vor Borkum statt. Ob der Tod der Tümmler mit den Rammarbeiten in Verbindung stand, wurde nicht nachgewiesen. Bei keinem der toten Schweinswale wurde aber die Todesursache untersucht, obwohl das nach dem internationalen Walabkommen „ASCOBANS“ vorgeschrieben ist.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am 02. Dezember 2013 eine gemeinsame Pressemitteilung mit Umweltverbänden veröffentlicht, die Zweifel an der fachlichen Kompetenz der Verfasser aufkommen lässt. Anlass war ein sog. „Schallschutzkonzept“ der Bundesregierung, das die Unterwasserlärmbelastung auf 160 Dezibel begrenzen soll, nur in der Nordsee, nicht aber in der Ostsee. Ursprünglich hatten die Verbände, darunter auch kleinere Walschutzorganisationen, den Störungs-Grenzwert bei 130 bis 140 Dezibel aufgrund bekannter Verhaltensänderungen durch Ausweichreaktionen als Grundlage für ein Schallschutzkonzept “begrüßt”.


Der Einsatz von Schallminderungssystemen beim Bau von Offshore-Windanlagen ist notwendig, um vor allem die sensiblen Schweinswale vor Schädigungen durch den Rammschall zu schützen. Die Diskussion zeigte aber auch, dass weiterer Forschungsbedarf zu den Reaktionen der Schweinswale besteht.

Der aktuelle Stand der technischen Entwicklung wurde am 09.10.2014 im Rahmen des Workshops „Aktuelle Erkenntnisse aus der Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)“ diskutiert, zu dem das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eingeladen hatte. Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Behörden, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen informierten sich über den erreichten Stand der Entwicklungen bei Schallschutzmaßnahmen und erörterten weitere Forschungs- und Entwicklungsfelder.Das BSH ist für die Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren für Offshore Windparks und Netzanbindungen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) zuständig. Es überwacht die Schallschutzmaßnahmen in der Bauphase von Offshore-Vorhaben.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt. Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Fakt ist: Direkt an den Rammstellen der Windkraft-Offshore-Rammstellen liegt der Lärmwert bei ca. 200 Dezibel.  Der mit der Industrie und den Umweltverbänden (!) 2012 in Berlin vereinbarte Grenzwert lautet 160 dB, aber 750m von der Rammstelle entfernt, das ist das derzeit technische Machbare.  Das entspricht immer noch dem Abschus eines Artilleriegeschosses in unmittelbarer Nähe, und zwar als Dauerlärm, ist also für die empfindlichen Ortungsorgane der Schweinswale auch noch viel zu laut und schädigt diese. 2012 wurden an der Westküste Schleswig-Holsteins mehr als 130 Schweinswale tot angetrieben, gleichzeitig fanden Rammarbeiten für Offshore-Windparks vor der niedersächsischen Küste statt. Keiner der Wale wurde untersucht, obwohl das Meeresschutzabkommen ASCOBANS das vorsieht.

Die Presse hatte damals nur ganz knapp in einem Zehnzeiler berichtet! Seit Jahren wird die Öffentlichkeit von Windkraftprojektierern, Behörden und “anerkannten” Naturschutzverbänden, die auch Ökostromvermittler sind, bei den Auswirkung der Windenergie auf wildlebenden Tiere hinters Licht geführt und gezielt desinformiert, und die Mainstream-Presse übernimmt das oft ungeprüft!  Noch im August 2014 prangerte die BUND-”Meeresschutzexpertin” Naja Ziebarth die laute Erdgasexploration in den Niederlanden mittels einer Schallkanone an. Auch dieser Lärm schädigt die Ortungsorgane der Schweinswale enorm, genau wie die Rammarbeiten für die Offshore-Windgeneratoren. Nur blieben BUND, NABU und WWF zu den heimischen lauten Nordsee-Rammarbeiten stumm. Auch von Greenpeace hört man nichts dazu, Greenpeace propagiert sogar die Industrialisierung der Nordsee mit Windkonvertern. Die Lüge oder süßliche Halbwahrheit ist offensichtlich zur Standardform der Kommunikation bei der  öffentlichen Vermittlung der “Erneuerbaren Energien” geworden, die fast Religionsstatus im Lande erlangt haben.




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