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Kanadier sind derzeit nicht mehr aktiv an einem Kaufgebot für K+S interessiert
Spiegel: Kali-Unternehmen K+S bekommt Entsorgungsprobleme

Dem Kasseler Düngemittelkonzern K+S droht durch die Ermittlungen von Thüringer Strafverfolgern ein erhebliches Entsorgungsproblem für seine salzhaltigen Abwässer, schreibt der "Spiegel" in einer Vorabmeldung. Die Ermittler haben nicht nur alte Versenkungen in der Gerstunger Mulde in Thüringen im Visier, sondern auch aktuelle Einleitungen im hessischen Philippsthal. Weil der Ort direkt an der Landesgrenze liegt und die Lauge sich unterirdisch ausbreiten könnte, haben Thüringer Behörden die Strafverfolgung übernommen.

Im Wesentlichen ginge es darum, ob sich die Abwässer im Untergrund unkontrolliert ausbreiten und so zur Gefahr für das Trinkwasser werden können. Die Firma K+S, die sich gerade gegen die Übernahme durch den kanadischen Konkurrenten Potash wehrt, hat noch bis 30. November eine Erlaubnis, insgesamt 18,4 Millionen Kubikmeter Abwässer zu versenken. Hessens schwarz-grüne Landesregierung will die Genehmigungen trotz politischem Widerstand aus Thüringen bis 2021 verlängern. Immer wieder wird der Erhalt von Tausenden Arbeitsplätzen als Grund dafür angegeben.

Unterdessen werden Äußerungen von Potash-Chef Jochen Tilk bekannt, dass die Kanadier derzeit nicht mehr aktiv an einem Kaufgebot für K+S interessiert seien. Tags zuvor war die Aktie bereits um 5,17 Prozent gefallen. Ursache dafür war ein Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", wonach die Politik ein breites Bündnis zur Verteidigung von K+S vor einer feindlichen Übernahme schmiedet. Dabei seien nicht nur Hessen und Thüringen, sondern nun auch Niedersachsen und Sachsen-Anhalt engagiert.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert angesichts der Ermittlungen, der "Schulterschluss zwischen Politik und Unternehmen" müsse aufhören. Der K+S-Konzern versichert, man kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlern.

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erschienen am: 2015-09-17 im europaticker

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