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Barbensterben in der Nied: Krankheitserreger als mögliche Ursache
Saarland: Seit Montag keine toten Fische mehr in der Nied

2015-09-01 Das Fischsterben in der Nied zwischen Niedaltdorf und Hemmersdorf scheint zu Ende zu sein. Am Wochenende war eine große Anzahl verendeter Fische – mehrheitlich Barben – zwischen Niedmündung und Wackenmühle geborgen worden. Hinweise auf ein schadstoffbedingtes Fischsterben liegen nicht vor. Dennoch werden derzeit Proben vom Wochenende auch dahingehend analytisch geprüft. Die Ergebnisse werden auf Auffälligkeiten mit den Daten des Routinemessprogramms der Messstelle „Nied“ bei Niedaltdorf hin abgeglichen. Dort wird die Wasserqualität im monatlichen Rhythmus untersucht.

Die Nied ist ein Fluss, der in der französischen Region Lothringen und im deutschen Saarland grenzüberschreitend verläuft. Sie entspringt im Gemeindegebiet von Marthille im Département Moselle und entwässert unter dem Namen Nied Française zunächst in generell nordwestlicher Richtung. Östlich von Metz wendet sie sich nach Nordost und erreicht den Ort Condé-Northen (dt.: Konden), wo von rechts ihr Schwesterfluss Nied Allemande (dt.: Deutsche Nied) einmündet. Ab hier ändert sie ihren Namen auf Nied und überschreitet nach einer Strecke von 97 Kilometern zwischen Guerstling und Niedaltdorf die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Nach weiteren 17 Kilometern auf deutschem Hoheitsgebiet mündet sie nach einer Gesamtlänge von 114 Kilometern im Gemeindegebiet von Rehlingen-Siersburg als linker Nebenfluss in die Saar.

Seit Montag sind auf deutscher Seite des Flusses keine toten Fische mehr aufgetaucht. Experten sind sich derweil sicher, dass offenbar tatsächlich der Krankheitserreger „Myxobolus pfeifferi“ Auslöser für das Barbensterben in der Nied am vergangenen Wochenende war. Die Todesursache der verendeten Fische ist weder auf akuten Sauerstoffmangel noch auf Schadstoffe zurückzuführen.

Bereits am Montag (24.08.2015) konnte der erste Verdacht, die Sauerstoffarmut der Nied durch die anhaltende Hitze der zurückliegenden Wochen, als Ursache für das Fischsterben ausgeschlossen werden. Wie sich herausstellte, waren nur Barben tot aufgefunden worden. Wäre das Gewässer gekippt, wären alle Fischarten betroffen gewesen. Zwischenzeitlich liegen den Experten vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) auch die Laborergebnisse zur Schadstoffbelastung mehrerer beprobter Kadaver vor. Dabei konnten keinerlei Hinweise auf Giftstoffe oder tödliche Schwermetallkonzentrationen festgestellt werden.

Als einzige Erklärung für das zweitägige Fischsterben in der Nied bleibt nach einhelliger Expertenmeinung der Parasit „Myxobolus pfeifferi“ übrig. Allerdings konnte der Krankheitserreger nicht mehr nachgewiesen werden. Der Verwesungszustand der verendeten Barben war für eine Erfolg versprechende labortechnische Untersuchung bereits zu weit fortgeschritten. Zu krankheitsbedingten Barbensterben in den Zuflüssen der Mosel ist es in den zurückliegenden 150 Jahren schon mehrfach gekommen. Erstmals wurde der artspezifische Erreger „Myxobolus pfeifferi“ 1870 in einer wissenschaftlichen Publikation erwähnt.

Barbensterben in der Nied: Krankheitserreger als mögliche Ursache

Nach ersten Untersuchungen kann Sauerstoffarmut als Ursache für das Fischsterben im deutschen Unterlauf der Nied wahrscheinlich ausgeschlossen werden.

Da fast ausschließlich Barben betroffen sind, liegt jedoch mittlerweile die Vermutung nahe, dass es sich nicht um ein schadstoffbedingtes Fischsterben handelt. Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) gehen von einer Krankheit aus, die in der Vergangenheit im Einzugsgebiet der Mosel schon häufiger aufgetreten ist. Das Protozoon „Mixobolus pfeifferi“ wurde bereits 1870 in einer wissenschaftlichen Zeitschrift als Auslöser eines Barbensterbens diagnostiziert. Die erhöhte Wassertemperatur der zurückliegenden Wochen könnte die Ausbreitung des Erregers begünstigt haben, vermuten die Experten vom LUA.

Ein Speziallabor in Freiburg soll nun Barben aus der Nied auf den Krankheitserreger hin untersuchen. Die französischen Umweltbehörden sind über den aktuellen Sachstand informiert.


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