europaticker:
Werra-Weser-Anrainerkonferenz zur Werra-Weser-Versalzung: Spanien ist schon
einen Schritt weiter
Haftstrafen für Iberpotash-Manager und Rückbau der Salzhalden

Ein spanisches Gericht hat Manager des Kaliherstellers Iberpotash zu Haftstrafen von anderthalb Jahren wegen Gewässerverunreinigung verurteilt. Gleichzeitig wurde die schon 2014 verfügte Verpflichtung bestätigt, die Salzhalden zurückzubauen. Iberpotash muss die angerichteten ökologischen Schäden auf eigene Kosten sanieren. Das Gericht hatte Mitte Juli 2015 die Anklage gegen den Vorstandsvorsitzenden der Iberpotash S.A. und den Umweltbeauftragten des Unternehmens sowie gegen drei hochrangige Regierungsbeamte zugelassen. Es geht dabei um die Kalirückstandshalden der Iberpotash S.A., deren Haldenlaugen das Trinkwasser für Barcelona verseuchen.

Die EU-Kommission hatte schon 2014 erzwungen, dem Unternehmen Iberpotash die Genehmigung zur Aufhaldung ihrer Salzrückstände zu entziehen. Im Jahre 2015 ist der Haldenbetrieb auf der ersten Rückstandshalde eingestellt worden, ab 2017 muss Iberpotash auf die Salzaufhaldung ganz verzichten. Das Gericht hat nun die schon damals verfügte Verpflichtung zum Rückbau der Halden und zur Sanierung der Aufstandsflächen bestätigt. Iberpotash will für die notwendige Umstrukturierung der Betriebe 800 Mio. Euro investieren. Das Haldenmaterial wird zu hochreinem Siedesalz aufgearbeitet. Die Vermarktung ist über eine Zusammenarbeit mit dem Konzern AkzoNobel bereits vertraglich gesichert.

Die Potash Corporation of Saskatchewan Inc. hatte Ende Juni den Vorstand und Aufsichtsrat der K+S Aktiengesellschaft darüber informiert, den Aktionären der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen, einschließlich einer Due Diligence-Prüfung, die Übernahme aller Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots anbieten zu wollen. Potash ist Weltmarktführer in der Produktion von Düngemitteln und sechstgrößte Produzent von Kali. Das Unternehmen beschäftigt 12.000 Arbeiter in der ganzen Welt und hat Produktionsstätten in Israel , Europa , Südamerika und China .

Auch in Deutschland sind inzwischen Spitzenmanager der K+S AG wegen Gewässerverunreinigung angeklagt. Die Genehmigung zum versatzlosen Bergbau und damit zur Anlage von offenen Rückstandshalden ist dem Unternehmen bisher aber nicht entzogen worden. Im Gegenteil: zur Zeit läuft ein Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung einer der Salzhalden. Die Rückstandshalden sollen bis zur Betriebseinstellung auf das doppelte Volumen anwachsen. Damit entstehen Ewigkeitslasten, für deren Beseitigung Deutschland hohe Milliardenbeträge aufbringen müsste und deren Haldenlaugen Werra und Weser auf unabsehbare Zeit belasten würden.

"Es ist nicht zu erwarten, dass die EU-Kommission den Haldenbetrieb in Deutschland weiter dulden wird, denn damit würde sie den spanischen Kalihersteller wirtschaftlich benachteiligen. Eine Beschwerde wegen der Rückstandshalden im Werra-Fuldarevier liegt in Brüssel bereits vor. Die deutschen Genehmigungsbehörden wären gut beraten, der K+S Kali GmbH die Erlaubnis zum versatzlosen Bergbau zu entziehen, bevor eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof dies erzwingt", so Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz.

Kaliproduzent hat staatliche Beihilfen zur Finanzierung und Garantien zur Erfüllung
von Umweltschutzvorschriften erhalten

Kommission leitet Untersuchung zu Maßnahmen für Iberpotash in Spanien ein

Sicherung der Arbeitsplätze in hessischen Kalistandorten muss im ureigensten Interesse des Landes liegen
Ministerin Hinz steht in Verantwortung, für Rechtssicherheit hinsichtlich Übergangslösung und Oberweser-Pipeline zu sorgen

K+S hat Übergangsgenehmigung für die Verpressung von Salzabwässern erhalten

Potash Corporation of Saskatchewan zieht Vorschlag zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots zurück
K+S sieht positive Langfristperspektive als eigenständiges Unternehmen

Potash hat sein Gebot für K+S zurückgezogen

erschienen am: 2016-02-28 im europaticker

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Mitglied im Deutschen Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 15. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken