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Philippsthal: Untertage-Deponie Herfa-Neurode
Schwelbrand in der größten untertägige Sondermülldeponie der Welt

Die Grubenwehr des Werkes Werra hat in der Untertage-Deponie Herfa-Neurode einen Schwelbrand eingedämmt, der frühzeitig durch das installierte Sicherheitssystem erkannt worden war. Die Untertagedeponie Herfa-Neurode (UTD Herfa-Neurode) ist die größte untertägige Sondermülldeponie der Welt. Die Deponie liegt im hessischen Herfa-Neurode und wird von der K+S Entsorgung GmbH, einem Tochterunternehmen der K+S AG (vormals Kali und Salz AG), betrieben.

Heute wurden gegen 08:45 Uhr durch Sicherheitssensoren im Einlagerungsbereich der Untertage-Deponie Herfa-Neurode (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ansteigende CO-Werte gemeldet und durch Aufsichtspersonal Brandgeruch festgestellt. Gemäß dem bestehenden Sicherheitskonzept wurde der Bereich sofort abgeschlossen und die Luftzufuhr unterbrochen. Mitarbeiter waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Unternehmensangaben nicht.

Die Grubenwehr hat den Bereich erkundet und einen Schwelbrand an eingelagerten Abfallbehältnissen (Big Bags) festgestellt. Die Einlagerungskammer wurde hermetisch verschlossen, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbinden.Die Behörden wurden unverzüglich informiert. Es sind keine Schadstoffe in die Umgebung ausgetreten, heißt es in der Unternehmensmeldung.

Fachleute des Deponiebetriebes und Experten der Aufsichtsbehörde prüfen die mögliche Ursache für den Entstehungsbrand. Ein Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor.

Die Untertage-Deponie Herfa-Neurode wurde 1972 eingerichtet und nutzt ehemalige Abbauräume des Kalibergwerkes Wintershall (heute Grubenbetrieb Hattorf/Wintershall des Werkes Werra). Die als Deponie genutzten Bereiche des Bergwerks erstrecken sich in 800 m Teufe über 400 km2. Die Einlagerungsräume sind 2,5 bis 2,9 m hoch. Die Kapazität beträgt 200.000 Tonnen pro Jahr. Die Anlieferung erfolgt per Lastkraftwagen oder Eisenbahn. Für den Betrieb der Anlage arbeiten etwa 70 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb. Die Lagerung erfolgt getrennt nach 20 Stoffgruppen. Seit der Inbetriebnahme der Deponie wurden über 2 Millionen Tonnen Sondermüll deponiert.

Herfa-Neurode ist eine Klasse-IV-Deponie. Das heißt, dass die dort gelagerten Abfälle einem besonderen Überwachungsbedarf unterliegen. In der Deponie lagern etwa 2,7 Millionen Tonnen Giftmüll, davon 220.000 Tonnen quecksilberhaltige Abfälle, 127.000 Tonnen Cyanid-Abfälle, 690.000 Tonnen mit polychlorierten Dibenzodioxine und Dibenzofurane verseuchter Abfall und 83.000 Tonnen arsenhaltige Abfälle. ;

Die K+S Entsorgung GmbH mit Sitz in Kassel ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft des Rohstoffproduzenten K+S. Als Pionier der untertägigen Entsorgung und führender Anbieter in Europa betreibt das Unternehmen zwei Untertage-Deponien zur Beseitigung von Abfällen und fünf untertägige Anlagen zur Verwertung. Dazu werden Grubenräume in Salz- und Kalibergwerken genutzt, die vom laufenden Gewinnungsbetrieb abgetrennt sind. Die Abfälle werden langzeitsicher und nachsorgefrei beseitigt oder als Versatzbaustoffe verwertet.

Der Deponiebereich befindet sich in einer Tiefe von rund 750 Metern und ist gegenüber dem laufenden Bergwerksbetrieb abgeschottet.

Die K+S KALI GmbH mit Sitz in Kassel gewinnt kalium-, magnesium- und schwefelhaltige Rohsalze in sechs Bergwerken in Deutschland. Aus ihnen wird ein breites Sortiment von Düngemittelspezialitäten sowie Vorprodukten für vielfältige technische und industrielle bis hin zu pharmazeutischen Anwendungen hergestellt. Die K+S KALI GmbH ist einer der führenden Anbieter von Kali- und Magnesiumprodukten weltweit. Das zur K+S Gruppe gehörende Unternehmen beschäftigt mehr als 8.000 Mitarbeiter.

Weitere Informationen über die K+S KALI GmbH erhalten Sie auf der Website des Unternehmens unter www.kali-gmbh.com.

Bild: k+s

erschienen am: 2016-10-23 im europaticker

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