europaticker:
66,7 Prozent der Stromerzeugung in Baden-Württemberg aus Kernenergie und Steinkohle
Strom aus erneuerbaren Energieträgern legt um 1 Prozent zu
2015 wieder mehr Strom aus konventionellen Energieträgern

Im Jahr 2015 wurden in Baden-Württemberg rund 64 163 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies bedeutet einen Anstieg um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes wurde der Strom zu 76,7 Prozent aus konventionellen Energieträgern und zu 23,3 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern verzeichnete 2015 ein deutliches Plus von 6,8 Prozent. Auch die Erzeugung aus erneuerbaren Energien nahm gegenüber dem Vorjahr zu und erhöhte sich leicht um 1,0 Prozent.

Die Stromerzeugung aus Kernenergie stieg 2015 um 4,2 Prozent an. Mit einem Anteil von 35,1 Prozent war sie nach wie vor stärkster Energieträger im Strommix Baden‑Württembergs. Auch die Erzeugung aus Steinkohle legte gegenüber dem Vorjahr zu (+ 12,8 Prozent). Damit erreichte ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung, wie nach dem ungewöhnlich starken Anstieg im Jahr 2013, erneut die Dreißigprozentmarke. Aus Erdgas wurden 5,3 Prozent des Stroms gewonnen. Weitere 4,7 Prozent kamen aus sonstigen konventionellen Energieträgern, wie Heizöl, Braunkohlen, Flüssiggas, Raffineriegas oder Pumpspeicherwasserkraftwerken ohne natürlichen Zufluss.

Auch wenn 2015 mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt wurde als im Vorjahr (+ 1,0 Prozent) ging ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung insgesamt von 24,3 Prozent im Jahr 2014 auf 23,3 Prozent zurück. Zuwächse gegenüber dem Vorjahr zeigten sich erneut bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik (+ 4,6 Prozent) und Biomasse (+ 6,6 Prozent). Damit wurde 2015 zum zweiten Mal in Folge mehr Strom aus Photovoltaik als aus Biomase erzeugt. Mit einem Anteil von 7,6 Prozent bzw. 7,4 Prozent stehen die beiden Energieträger erstmals an erster und zweiter Position der erneuerbaren Energien. Bisher war die regenerative Wasserkraft stärkster erneuerbarer Energieträger. Die Stromerzeugung in den Laufwasser- und Speicherwasserkraftwerken des Landes sank gegenüber dem Vorjahr dagegen um 10,5 Prozent. Mit einem Anteil von 6,7 Prozent lag sie nur noch an dritter Stelle im Strommix – geringer war ihr Anteil zuletzt 2004. Die Stromerzeugung aus Windkraft nahm gegenüber dem Vorjahr um 22,5 Prozent zu, ihr Anteil am Strommix erhöhte sich damit auf 1,3 Prozent (2014: 1,1 Prozent).

Schaubild 1: Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg 2015 nach EnergieträgernSchaubild 1: Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg 2015 nach EnergieträgernTabelle 1
Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg 2015 nach Energieträgern*)
Energieträger %

*) Vorläufige Ergebnisse. Abweichungen in den Summen durch Rundungen.

1) Sonstige Energieträger: Pumspeicherwasserkraftwerke ohne natürlichen Zufluss, Abfall nicht biogen, Heizöl, Flüssiggas, Raffineriegas, Dieselkraftstoff, Petrolkoks, Braunkohlen und sonstige Energieträger.

2) Laufwasser- und Speicherwasser: Einschließlich der Erzeugung aus Pumpspeicherwasserkraftwerken mit natürlichem Zufluss.

3) Biomasse: Biogas, feste und flüssige biogene Stoffe, Abfall biogen, Klärschlamm.

Datenquelle: Energiestatistiken nach EnStatG, eigene Berechnungen.

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2016

erschienen am: 2016-11-28 im europaticker

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