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Die Nister und ihre Nebengewässer bieten vielen Arten ein besonderes Refugium
SGD Nord: Vereinbarung zum Nisterprogramm unterzeichnet

Montag (20.03.2017) hat Umweltministerin Ulrike Höfken die Vereinbarung zum Nisterprogramm in Marienstatt (Westerwaldkreis) im Beisein des Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, unterzeichnet.

„Das Nisterprogramm ist ein wichtiger Schritt, um den einzigartigen Lebensraum direkt vor unserer Haustüre zu erhalten und zu schützen. Seit 1985 galt die Flussperlmuschel in der Nister als ausgestorben und wurde hier vor gut zehn Jahren wiederentdeckt. Diese Wiederentdeckung kann uns bei unserem Engagement gegen das Artensterben ermutigen. Denn es gibt noch viel zu tun: Jedes Jahr sterben rund 58.000 Arten weltweit aus“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken. Das Nisterprogramm setze ein wichtiges regionales Zeichen gegen das Artensterben, so Höfken.

„Die Nister und ihre Nebengewässer bieten vielen Arten ein besonderes Refugium.
Im Fokus steht dabei der Erhalt der Flussperlmuschel, die vom Aussterben bedroht ist. Die landesweit letzten Exemplare dieser Art leben in der Nister. Ich freue mich, dass die Vereinbarung zum Nisterprogramm nach einem Jahr intensiver Vorbereitung nun unterschriftsreif ist. Als Obere Wasserbehörde koordiniert die SGD Nord das Gesamtprojekt. Für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung aller Beteiligten möchte ich mich bedanken“, so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann.

Damit dieser besondere Lebensraum erhalten bleibt, sind Maßnahmen im und am Gewässer notwendig. Das Land Rheinland-Pfalz fördert schon jetzt die Erhaltung von Großmuscheln, wie der Flussperlmuschel und der Bachmuschel, in Höhe von jährlich rund 25.000 Euro. Weitere Maßnahmen sollen auch im Rahmen eines Modellvorhabens entwickelt und umgesetzt werden.

Im Anschluss an die Unterzeichnung der Vereinbarung wurde eine der ersten, bereits umgesetzten Maßnahmen des Nisterprogramms besichtigt. Durch den Bau der neuen Pumpstation Marienstatt konnte die alte Teichkläranlage Marienstatt außer Betrieb genommen werden. Das anfallende Abwasser wird künftig zur Kläranlage in Nister gefördert. Daraus resultiert eine Reduzierung der Nährstoffeinträge in die Nister, die zu einer Verbesserung der Gewässerqualität und zum Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel, beiträgt.

Beim Termin anwesend waren auch die Landräte des Westerwaldkreises und des Landkreises Altenkirchen als Unterzeichner, ebenso wie der Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU), Dr. Stefan Hill und die Vertreter der anliegenden Verbandsgemeinden, des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel (DLR), der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Nister, der Forstämter Rennerod und Hachenburg, sowie der rheinland-pfälzischen Landesverbände des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbunds Deutschland (NABU).

Zum Hintergrund
Die Nister fließt der Sieg im Norden von Rheinland-Pfalz zu und ist wie nahezu alle Fließgewässer in Deutschland nicht mehr in ihrem natürlichen Zustand. Mit Blick auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und die Aktion Blau Plus, die die Wiederherstellung von naturnahen Gewässerzuständen fördert, werden vielfältige, konkrete Maßnahmen für die Nister geplant und umgesetzt. Das Land Rheinland-Pfalz hatte im Dezember 2015 gemeinsam mit den Kommunen im Einzugsgebiet der Nister die Einrichtung eines Flusskomitees initiiert, um gemeinschaftlich einen „Flussvertrag für die Nister“ zu erstellen. Das Nister-Komitee besteht aus Vertretern von Kommunen, Behörden, Vereinen und Verbänden. Ziel ist es, Maßnahmen für einen guten, ökologischen Zustand des Gewässers zu erarbeiten.

Weitere Informationen unter: „Die Nister – Ein Bündnis für die Flussperlmuschel“
http://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/aktion-blau-plus/nisterprogramm/

erschienen am: 2017-03-20 im europaticker

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