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Liberianische Küstenwache und Sea Shepherd setzen für „Nachhaltigkeit“ zertifiziertes
Schleppnetzschiff fest
Fischtrawler wurde auf dem Radar entdeckt

Am 13. März wurde die STAR SHRIMPER XXV, ein Fischereischiff unter nigerianischer Flagge, in liberianischen Gewässern von der liberianischen Küstenwache mit Hilfe von Sea Shepherd und israelischen Beratern für maritime Angelegenheiten und Naturschützern geentert. Das Schiff war in aktive Fischereiaktivitäten ohne liberianische Fischereilizenz verwickelt, eine der schlimmsten Verletzungen der liberianischen Fischereiregulierungen, welche eine Strafe von umgerechnet etwa 930.000 € nach sich ziehen kann.

Der Fischtrawler wurde auf dem Radar entdeckt, als er – mit einer Geschwindigkeit, die Schleppnetzfischerei vermuten ließ – in die liberianischen Gewässer der Elfenbeinküste einfuhr. An Bord der BOB BARKER wurde schnell ein Team der liberianischen Küstenwache zum Entern mobilisiert. Als sich das Schiff dem Ziel näherte, wurde das Schleppnetzschiff bei aktiven Fischereiaktivitäten mit seiner Fischereiausrüstung im Wasser entdeckt.

Die STAR SHRIMPER XXV ist Teil einer Flotte von Fischereischiffen des Unternehmens Atlantic Shrimpers Ltd., welche durch das Außenministerium der USA für den Export von Shrimps in die Vereinigten Staaten zertifiziert wurde, da Maßnahmen getroffen werden, um den Beifang von Schildkröten und anderen Meerestieren zu reduzieren. Shrimps werden ebenfalls weltweit von Primstar B.V., einem niederländischen Unternehmen, exportiert. Die Flotte ist derzeit durch „Friends of the Sea“ (FOS) für den nachhaltigen Fang von Schwarzen Tigergarnelen zertifiziert (www.primstar.com/fishing.php). Allerdings verlangen die Richtlinien, dass die Fischereischiffe sich an offizielle Anforderungen wie gültige Fischereigenehmigungen halten. (www.friendofthesea.org)

„Es ist schon ironisch, dass die STAR SHRIMPER XXV Vorrichtungen zum Reduzieren von Beifang, wie ein Gerät zum Ausschließen von Schildkröten (TED) an Bord hatte (und dieses zur Zeit der Festsetzung nicht nutzte), und dabei vorsätzlich in liberianische Gewässer einfuhr, um illegal ohne Lizenz zu fischen. Hätte die liberianische Küstenwache nicht eingegriffen, wäre der illegale Fang der STAR SHRIMPER XXV auf dem amerikanischen und europäischen Markt als „nachhaltiger Fang“ verkauft worden. Sea Shepherd Global fordert das Außenministerium der USA dazu auf, ihre Übereinkünfte mit Atlantic Shrimpers Ltd. noch einmal ernsthaft zu überdenken“, sagte Kampagnenleiter Peter Hammarstedt.

Sea Shepherd unterstützt die liberianische Regierung bereits seit Februar 2017 im Rahmen von OPERATION SOLA STELLA, um illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei (IUU) entgegenzutreten. Dazu stellt Sea Shepherd die BOB BARKER als ziviles Patrouillenschiff für Operationen in liberianischen Gewässern, unter der Leitung des Verteidigungsministeriums, bereit. Die Patrouillen haben bisher zur Festnahme von vier IUU-Schiffen geführt. Gerade Entwicklungsländer sind sehr anfällig für IUU-Fischerei, welche fast 40% der Fänge in westafrikanischen Gewässern ausmacht.

„Seit Beginn der Zusammenarbeit des liberianischen Verteidigungsministeriums und Sea Shepherd habe ich gesagt, dass die Zeiten der illegalen Fischerei vorbei sind. Mit der Festsetzung von vier IUU-Schiffen binnen so kurzer Zeit setzt die Küstenwache meine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegaler Fischerei durch und erobert unsere Meere von den Wilderern zurück, welche sich hier schon viel zu lange aufhalten“, so der liberianische Verteidigungsminister Brownie Samukai.

2016 schloss sich Sea Shepherd mit der Regierung von Gabun für OPERATION ALBACORE zusammen, welche zu über 40 Durchsuchungen von Fischereischiffen auf See und zur Festsetzung von drei illegalen, kongolesischen Schleppnetzschiffen und einem spanischen Langleinenschiff führte. OPERATION SOLA STELLA ist die Fortführung von Sea Shepherd Globals Vorhaben, die IUU-Fischerei mit Hilfe von Regierungen zu stoppen.

erschienen am: 2017-03-20 im europaticker

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