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Fernleitung zur Entsorgung der Salzabwässer aus dem Kalirevier an die Oberweser beantragt
K+S hofft auf ortsferne Entsorgungsmöglichkeiten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Am Freitag, 31. März 2017, hat die K+S Kali GmbH der Raumordnungsbehörde im Regierungspräsidium Kassel den überarbeiteten Antrag für eine Fernleitung zur Entsorgung der Salzabwässer aus dem Kalirevier an die Oberweser vorgelegt. Das Problem der hohen Salzbelastung der Flüsse Weser und Werra kann nach Auffassung von Regierungsvertretern aus den sieben Anrainerländern nur mit einem gemeinsamen Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplan gelöst werden.

Salzhaltige Abwässer aus der Kaliproduktion der Kali und Salz AG (K+S) werden seit 90 Jahren in Weser und Werra eingeleitet oder zum Teil in tiefliegende Schichten gepresst. Die daraus resultierenden Salzbelastungen sollen künftig stark reduziert oder beendet werden, auch um die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie einhalten zu können.

Die Überarbeitung war erforderlich, um das Vorhaben an die Rahmenvorgaben des von der Flussgebietsgemeinschaft Weser beschlossenen Bewirtschaftungsplans Salz für die Periode 2015 bis 2021 anzupassen. Auch aus den Stellungnahmen der Anfang 2016 bereits durchgeführten ersten Beteiligung hatte sich die Notwendigkeit weiterer Prüfung und Überarbeitung ergeben.

Der jetzt vorgelegte Antrag wird vom Regierungspräsidium auf Vollständigkeit geprüft. Sobald die Vollständigkeit der Unterlagen gegeben ist, wird eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit eingeleitet und damit das Raumordnungsverfahren fortgesetzt. Dafür werden die Unterlagen in den betroffenen Kommunen und im Regierungspräsidium Kassel ausgelegt und im Internet zur Einsicht veröffentlicht.
Nach Auswertung der Stellungnahmen wird ein Erörterungstermin durchgeführt, um offene Fragen mit der Antragstellerin und den Einwendern zu erörtern.

An allen Standorten des Werkes Werra kann aus heutiger Sicht nur noch bis Mitte Mai voll produziert werden.

Eine weitere Flexibilisierung des Abwassermanagements würde jetzt durch die Inbetriebnahme von zwei neuen Speicherbecken am Standort Wintershall erreicht, teilte K+S Mitte des vergangenen Monats mit.  Mit ihrem zusätzlichen Volumen von 130.000 Kubikmetern verbessern sie die Reaktionsmöglichkeiten auf wetterbedingte Schwankungen der Wasserführung in der Werra und erleichtern die Aufrechterhaltung einer durchgehenden Produktion.

Neben der Einleitung in den Fluss und der begrenzten Versenkung in den Plattendolomit baut die Abwasserentsorgung des Werkes Werra auch auf ortsferne Entsorgungsmöglichkeiten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Für niederschlagsarme Zeiten, in denen diese Entsorgungswege nicht ausreichen, haben sich die vorhandenen Speicherbecken zur befristeten Überbrückung bewährt. Nach verschiedenen Ausbaustufen in den vergangenen Jahren werden die Beckenkapazitäten des Werkes Werra  jetzt durch die Fertigstellung der neuen Becken 9 und 10 (Alte Ziegelei, Heringen) auf insgesamt 530.000 Kubikmeter erweitert. Damit kann die Vollproduktion alleine über die Becken für mehr als 20 Tage abgesichert werden. Zusammen mit den ortsfernen zusätzlichen Entsorgungswegen wird dadurch das Abwassermanagement des Werkes Werra  wirksam ergänzt. Der volle Betrieb aller drei Produktionsstandorte des Werkes Werra ist jetzt zunächst einmal bis Mitte Mai gesichert.

erschienen am: 2017-04-11 im europaticker

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