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Gefiederter Nachwuchs in Brunsbüttel: Wanderfalken-Pärchen brütet derzeit vier Eier aus
Im Nistkasten des Kraftwerks kommen seit über 20 Jahren Wanderfalken zur Welt

Die Wanderfalken haben in Brunsbüttel schon eine lange Tradition: Seit weit über 10 Jahren nistet regelmäßig ein Falkenpärchen auf dem Gelände des Kernkraftwerks. Die Falken suchen sich dazu immer dieselbe, sehr exponierte Position aus: Auf dem Abluftkamin, der in 39m Höhe beginnt und erst in schwindelnden 99m endet, befindet sich in 60m Höhe ein Begehungsring, auf dem die Falken Ihr Nest einrichten. Dort ist seit einigen Jahren auch die automatische Kamera installiert, deren Bilder Sie in der rechten Spalte sehen und die wir in den kommenden Wochen regelmäßig aktualisieren werden. „Bezugsfertig“ ist das Nest meist Anfang Dezember als Winterquartier, an dessen Ende erst die Balz, die Brut, das Schlüpfen der jungen Falken und nach deren „Erstausbildung“ dann ab Ende Mai bis Anfang Juni der Aufbruch zur nächsten Wanderschaft stehen.

Die kleinen Falken verlassen dabei nach ca. 4-6 Wochen das Revier der Eltern und wandern ab. Aktuell lagen 4 Falkeneier im Nest am Brunsbütteler Abluftkamin – zwei davon als schneller leer: Die ersten beiden Falkenbabys des Jahres 2015 sind am 28.04. geschlüpft. Ihre beiden Geschwister haben sich noch etwas Zeit gelassen, sind aber inzwischen auch auf die Welt gekommen. Wir werden das Geschehen aufmerksam beobachten und hier immer aktuell über „unsere“ Brunsbütteler Wanderfalken berichten – von den ersten Fütterungen bis zum Erstflug aus 60m Höhe.


Das NDR-Fernsehen berichtete am 09.06.2015 ausführlich über das Wanderfalkenpaar auf dem Kühlturm.

Wanderfalken sind primär Felsbrüter und bewohnen in erster Linie gebirgige Landschaften aller Art sowie Steilküsten. In den letzten Jahrzehnten hat die Art in vielen Teilen des Verbreitungsgebietes auch Städte und Industrieanlagen mit ihren zahlreichen „Kunstfelsen“ besiedelt. Wanderfalken sind hochspezialisierte Vogeljäger; die Nahrung besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die im freien Luftraum erjagt werden. Die Sturzflüge aus großen Höhen bei der Jagd und die dabei erreichten hohen Geschwindigkeiten sind spektakulär. Der durch das Insektizid DDT verursachte Bestandseinbruch und die anschließende Bestandserholung mit der Ansiedlung in vielen Städten haben den Wanderfalken zu einer der weltweit bekanntesten Greifvogelarten gemacht.

Bis vor etwa 30 Jahren waren Bruten des Wanderfalken an Gebäuden seltene Ausnahmen. Hauptursache war vor 1955 die intensive Verfolgung, nach 1955 der Bestandszusammenbruch durch DDT. Als Folge des „Pestizid-Crashs“ änderte sich die Einstellung des Menschen zum Wanderfalken grundlegend. Im Verlauf der Erholung der Bestände ab Mitte der 1970er Jahre wurden auch Gebäude inner- und außerhalb von Städten besiedelt, vor allem große Kraftwerke und große Gebäude in Stadtzentren. Ausnahmsweise wird selbst an in Betrieb befindlichen Schaufelradbaggern und Absetzern in großen Tagebauen gebrütet. Diese Ansiedlungen wurden nun intensiv unterstützt, vor allem durch die Anbringung geeigneter Nisthilfen. Wanderfalken konnten so auch neue Populationen in großräumig felsfreien Gebieten etablieren. Inzwischen brüten Wanderfalken in den Metropolen dieser Welt – New York, London und Berlin sind gute Beispiele – und auch in Kraftwerken wie dem Kernkraftwerk Brunsbüttel.

Bild: Herr Hiel mit dem geretteten Wanderfalken. Der NDR berichtete …mehr

erschienen am: 2017-04-10 im europaticker

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