europaticker:
Müllverbrenner ringen um Akzeptanz: Fünf Schritte für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft
ITAD fordert "Schengenraum für Abfälle"

Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e. V. (ITAD) wollen aufzeigen, an welchen Punkten sich die Wahlprogramme der Bundes- und Länderparteien aus Sicht der Thermischen Abfallbehandlung dieses Jahres messen lassen müssten. Der Gefahr, dass politische Entscheidungen auf Grund unsachlicher Überzeugungen getroffen würden, will die ITAD mit fünf "klaren Forderungen" der Branche begegnen. „Wir freuen uns, dass die Frage nach dem optimalen Zusammenspiel von stofflichem und thermischem Recycling von immer mehr Akteuren weitergedacht wird“ kommentiert ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn die Veröffentlichung „allerdings steigt mit der Zahl der Akteure auch die Zahl der wenig sachgerechten Argumente“.

Die Forderungen seien mit fundierten Studien und/oder Faktenblättern begründet, die unter www.itad.de/fakten veröffentlicht sind, heißt es in einer Presseaussendung des Verbandes, der unter anderm einen „Schengenraum für Abfälle“ -also den grenzenlosen Abfallverkehr zwischen den meisten europäischen Staaten- ins Gespräch bringt.

1. Thermische Abfallbehandlung sei ein Grundpfeiler der Kreislaufwirtschaft!

Thermische Abfallbehandlung stellt die in jedem Kreislauf dringend notwenige Schadstoffsenke dar und bietet langfristige und bezahlbare Entsorgungssicherheit für alle Siedlungsabfälle. Sie ist integraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. Wird dies verkannt, entstehen Rahmenbedingungen, die Ökologie und Ökonomie konterkarieren.

2. Keine Deponierung und keine Scheinverwertung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen!

Die Deponierung von unbehandelten Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Europa ist eine Verschwendung von Ressourcen und eine unnötige Quelle von Umweltbelastungen. Gleiches gilt für Scheinverwertungsmaßnahmen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU.

3. Hochwertiges Recycling fördern - Qualität vor Quantität!

Ziel muss das beste Ergebnis für Mensch und Umwelt unter Berücksichtigung aller Auswirkungen sein. Bei der Lenkung von Stoffströmen darf nicht eine starre Quote ausschlaggebend sein.

4. Energie aus Abfall ist klimafreundlich!

Rund die Hälfte des Abfalls ist biogen und die genutzte Energie somit erneuerbar. Doch auch die fossile Hälfte hat ihren Zweck bereits erfüllt bevor sie Abfall wurde. Die Nutzbarmachung der Energie ist also ein klimafreundlicher Nebeneffekt. Dies sollte ähnlich der Abwärme aus Industrieprozessen über Erzeuger-, Versorger-, Verteiler- und Verbraucherregelungen gewürdigt werden.

5. Sachgerechte Voraussetzungen zur Abfallnutzung schaffen!

Dazu gehörten:
a) eine valide und aussagekräftige Datenbasis in der Kreislaufwirtschaft zur Gestaltung sachgerechter Regelungen,
b) Berücksichtigung der hohen Emissionsstandards deutscher Abfallverbrennungsanlagen im europäischen Kontext und der Kosten/Nutzen-Verhältnisse,
c) Gleichbehandlung von Abfall zur energetischen Verwertung im Verhältnis zur stofflichen Verwertung bei Notifizierungen z.B. in Form eines „Schengenraumes für Abfälle“.

erschienen am: 2017-04-18 im europaticker

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 15. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken