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Erdwärme: Erdöl- und Erdgasbohrungen neu nutzen
Fünf Jahre Geothermie-Zentrum in Niedersachsen

Sie ist erneuerbar, klimaschonend und weltweit nahezu unerschöpflich: Die Erdwärme. Das Zentrum für TiefenGeothermie/Oberflächennahe Geothermie (ZTG) im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) unterstützt beim Ausbau dieser alternativen Energiequelle in Niedersachsen. Es wird in zwei Tagen fünf Jahre alt und hat seit seiner Gründung am 15. April 2012 Behörden, Unternehmen und Häuslebauer in zahlreichen Fragen zur Nutzung von Geothermie beraten.

Das ZTG erhebt Daten zu Erdwärmepotenzialen in Niedersachsen und arbeitet an Richtlinien zu rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen mit. Dabei spielen die oberflächennahe Geothermie bis 400 Meter und die tiefe Geothermie ab 400 Meter eine Rolle. Ein besonderer Erfolg des ZTG ist die App „Geothermie - Geht das bei mir?", die vor vier Jahren entwickelt wurde. Über diese App können sich Interessierte über die geothermische Leistungsfähigkeit des Untergrundes unter ihrem Eigenheim informieren. „Geothermie - Geht das bei mir?" wird inzwischen mehr als 150 Mal pro Monat angeklickt.

„Mit dem ZTG sind wir weiterhin auf einem guten Weg Niedersachsen zum Wissenszentrum für Geothermie zu entwickeln", so LBEG-Präsident Andreas Sikorski zum fünfjährigen Bestehen.

Das ZTG koordiniert auch das „Geothermieforum Niedersachsen", eine Plattform zum Austausch von Informationen zur Geothermie - insbesondere für den Erfahrungstransfer aus der Erdgas- und Erdölbranche in die Unternehmen und Verbände der Geothermie. Es wird vom LBEG und dem Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V. (BVEG) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) organisiert.

Das Forum arbeitet aktuell an einem Informationsaustausch über noch offenen Erdöl- und Erdgasbohrungen, die für eine geothermische Folgenutzung in Fragen kommen könnten, und hat kürzlich einen Bericht zu rechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht, an dem auch der Verein Geoenergy Celle e. V. mitgewirkt hat.

In Niedersachsen besitzen viele dieser Bohrungen eine Tiefe von über 400 Metern. Die meisten sind Erkundungsbohrungen, die nicht fündig waren, oder aufgegebene Produktionsbohrungen. Viele dieser Bohrungen enden in Gesteinshorizonten, die Temperaturen von mehr als 100 °C aufweisen. Im Einzelfall bieten sie eine attraktive Möglichkeit für die Gewinnung von Erdwärme. Investitionen und Risiken sind dabei wesentlich geringer, als bei Geothermieprojekten, für die eine Neubohrung notwendig wäre.

Das erste Projekt zur Folgenutzung einer Erdgasbohrung in Niedersachsen plant derzeit die HeideGeo GmbH. Sie möchte bei Munster eine ehemalige Erdgasproduktionsbohrung zusammen mit einer zweiten, neuen Bohrung zur Versorgung der örtlichen Bundeswehrliegenschaften und angrenzender öffentlicher Einrichtungen mit Wärme und Strom nutzen. Die Vorbereitungen für einen Test laufen bereits.

Am 3. Mai 2017 steht für das ZTG die 9. Norddeutschen Geothermietagung auf dem Programm. Diese Veranstaltung wird federführend vom ZTG, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft hannoverimplus und der Agentur Enerchange organisiert. An diesem Tag trifft sich Niedersachsens Geothermiebranche im Geozentrum Hannover, um sich fachlich auszutauschen. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Regenerative Energieversorgung von Stadtquartieren mit tiefer und oberflächennaher Geothermie".

Derzeit sind in Niedersachsen rund 12.000 Erdwärmeanlagen mit einer Gesamtleistung von 147 Megawatt installiert. Jedes Jahr kommen etwa 830 neue Anlagen dazu. Die in Niedersachsen installierten Erdwärmeanlagen stellen aktuell eine thermische Energie von etwa 295 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr bereit.

Zur Internetseite des ZTG

Zum Bericht des Geothermieforums

Zur 9. Norddeutschen Geothermietagung

erschienen am: 2017-04-18 im europaticker

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