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80 Prozent der Start-ups mit Label sind noch auf dem Markt
Schweiz: Zufriedenheit mit Innovationsförderung der KTI ist gross

Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Start-ups stellen der Arbeit der Kommission für Technologie und Innovation KTI weitestgehend ein gutes Zeugnis aus: Ihre Arbeit sei zielführend und unbürokratisch, die F&E-Instrumente aufeinander abgestimmt und das Coaching nützlich. Bemängelt wird, dass die Angebote der KTI noch zu wenig bekannt seien. Zu diesen Resultaten kommen zwei von der KTI in Auftrag gegebene externe Evaluationen und Wirkungsanalysen zur Innovationsförderung.

Die externe Evaluation bescheinigt der KTI im Bereich der F&E-Projektförderung ein schlüssig aufeinander abgestimmtes Set an Instrumenten, mit welchem sowohl wissenschafts- wie auch marktgetriebene Innovationsvorhaben gefördert werden. Positiv von den Projektpartnern beurteilt werden zudem die schlanke und unbürokratische Struktur mit kurzen Bearbeitungszeiten und die Fachkenntnisse aus Markt und Wissenschaft. Die Zufriedenheit mit der Umsetzung ist gemäss der Evaluation sowohl bei den Forschungspartnern wie auch den Wirtschaftspartnern gross, bei ersteren insgesamt etwas höher. Potential sehen die Evaluierenden bei der Bekanntheit der KTI: 55 Prozent der Industrieunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten kennen die KTI nicht.

Ein Drittel mehr Beschäftigte und Exporte
Die Befragungen der Wirtschaftspartner belegen die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch von der KTI geförderte Projekte. Die Unternehmen geben an, dass die KTI-Projekte sie vor allem bei der beschleunigten Markteinführung und bei der Generierung eines höheren Marktanteils unterstützen. In KTI-Projekten eingebundene KMU tätigen ausserdem signifikant mehr F&E-Aufwendungen und höhere Investitionen als vergleichbare Unternehmen, die nicht gefördert wurden. Von der KTI geförderte Unternehmen verbessern gemäss eigenen Aussagen ihren Umsatz im Bereich der geförderten Projekte um rund 50 Prozent und weisen dort rund einen Drittel mehr Beschäftigte und Exporte auf.

Der Nutzen aus Sicht der Forschungspartner liegt schwergewichtig bei der Vernetzung mit den Wirtschaftspartnern und der Stärkung der Forschungsaktivitäten. Die KTI-Förderung stärkt zudem den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Neueinstellungen.

80 Prozent der Start-ups mit Label sind noch auf dem Markt
Auch die Umsetzung der Coachings für Start-ups wird als transparent und zielführend beurteilt. 80 Prozent der Start-ups schätzen das Coaching als nützlich ein. Die Zielgruppe der wissenschaftsbasierten Start-ups wird erreicht: Mehr als die Hälfte sind Spin-offs von Hochschulen. Noch gesteigert werden könnte allerdings gemäss der Befragung die Bekanntheit des Coachings: Ein Viertel der befragten Start-ups einer Kontrollgruppe kannte das KTI-Angebot nicht. In punkto Wirkungen des Coachings zeigen sich positive Effekte: Bei den zwischen 2005 und 2009 mit dem KTI-Label ausgezeichneten Start-ups beträgt die Überlebensrate 80 Prozent. Die 300 Start-ups, die in derselben Zeit ins Coaching aufgenommen wurden, haben bis 2016 rund 1350 Vollzeitstellen geschaffen. Rund 15 Prozent der CTI Start-ups sind schnell wachsende Start-ups.

Drei externe Evaluationen in drei Bereichen
Die KTI hat den gesetzlichen Auftrag, Rechenschaft über die Fördertätigkeit abzulegen und Auskunft über die volkswirtschaftlichen Effekte zu geben. Aus diesem Grund hat sie im Oktober 2015 drei externe Evaluationen und Wirkungsanalysen in den Bereichen F&E-Projektförderung, Coaching der Start-up-Förderung und Förderung des Unternehmertums in Auftrag gegeben. Die Aufträge wurden an drei Arbeitsgemeinschaften vergeben. Die ersten beiden Berichte mit Empfehlungen an die KTI liegen nun vor, der Bericht zur Förderung des Unternehmertums wird im Sommer 2017 veröffentlicht. Im Jahr 2018 sollen die Follow-ups der Berichte mit aktualisierten Ergebnissen über einen längeren Zeitraum publiziert werden.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK führt ihrerseits parallel zu den Wirkungsanalysen ausgewählte qualitative Fallstudien zur F&E-Projektförderung der KTI durch.

Zu den beiden Schlussberichten und den darin enthaltenen Empfehlungen hat die KTI Stellungnahmen verfasst, in denen sie aufzeigt, wie die Erkenntnisse einzuordnen sind und welche Massnahmen - auch für die ab 1.1.2018 operativ werdende Innosuisse - nun daraus abgeleitet werden. Die Schlussberichte und Stellungnahmen stehen hier zum Download bereit: www.kti.admin.ch/wirkungsanalyse.

erschienen am: 2017-04-18 im europaticker

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