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BAM will ein neues Verfahren zum Messen winziger Plastikpartikel in der Umwelt präsentien
Mikroplastik schneller messen

Millionen Tonnen von Plastikabfällen treiben in den Weltmeeren. Tüten, Flaschen oder Fischernetze fallen vielerorts bereits mit bloßem Auge auf. Dieser Plastikabfall wird jedoch durch Einwirkung von Sonne, Gezeiten oder Wind zerkleinert und führt zu einem weniger sichtbaren Umweltproblem: Mikroplastik. Die Kunststoffpartikel sind nur wenige Mikrometer bis ca. 5 Millimeter klein. Doch die Datenlage, wie viel Mikroplastik in der Umwelt ist, woher es stammt und wie genau es entsteht, hat Lücken.

Ein interdisziplinäres Expertenteam der BAM unter der Leitung von Dr. Ulrike Braun aus dem Fachbereich Mechanik der Polymerwerkstoffe arbeitet daran, diese Lücke zu schließen. Die Forscher entwickeln ein neues und schnelleres Messverfahren. Umweltproben, beispielsweise aus gefiltertem Wasser, werden erhitzt und die entstehenden Gase analysiert. Die im Wasser enthaltenen Mikroplastikpartikel bilden spezifische Zersetzungsprodukte, welche identifiziert und quantifiziert werden können. So lassen sich Menge und Art des enthaltenen Mikroplastiks bestimmen.

„Neues und schnelles Messverfahren für eine große Menge Proben“

„Wir gehen davon aus, dass dieses Vorgehen schneller ist als herkömmliche Untersuchungen mit Mikroskopen und Spektroskopie“, sagt BAM-Wissenschaftlerin Ulrike Braun. „Die Methode soll automatisierbar sein und große Mengen an Proben verarbeiten können.“ Die schnelle Analyse von umfangreichen Proben ist angesichts der weltweiten Verteilung von Mikroplastik im Wasser ein wichtiger Faktor.

Die neue Methode ist als deutsche Patentanmeldung eingereicht. Ihre Eignung zum Nachweis von Mikroplastik in komplexen Umweltproben ist in wissenschaftlichen Fachartikeln bereits beschrieben.

Mikroplastik vermeiden

Das BAM-Themenfeldprojekt soll perspektivisch dazu beitragen, die Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt zu verringern: „Mehr Wissen über die Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik ermöglicht dem Gesetzgeber zum Beispiel eine bessere Risikobewertung, einen Grenzwert für Mikroplastik abzuleiten oder die Tests und die Probenentnahme zu standardisieren“, sagt BAM-Forscherin Ulrike Braun. „In einem nächsten Schritt können Politik und Gesellschaft Vermeidungsstrategien entwickeln.“

erschienen am: 2017-04-19 im europaticker

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