europaticker:
Appell des NABU-Vogelschutzzentrums: Jungvögel nicht mitnehmen
Vogel des Jahres startet in die Freiheit - NABU-Landesvorsitzender lässt Waldkauz-Pflegling frei

In einem Waldstück nahe dem NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen haben der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und Daniel Schmidt-Rothmund, Leiter des Vogelschutzzentrums, einen etwa acht Wochen alten Waldkauz in die Freiheit entlassen. Der Vogel war als mutmaßlicher Waise abgegeben worden. Rund vier Wochen lang hat sich das Team des Vogelschutzzentrums um ihn gekümmert und ihn täglich mit Nahrung versorgt.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass wir heute den Vogel des Jahres 2017 freilassen können“, sagte Enssle. Eulenvögel wie der Waldkauz sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. „Der Waldkauz bezieht meist Baumhöhlen als Nistplatz und ist damit ein exzellenter Botschafter für den Erhalt höhlenreicher Altholzbestände.“ Für einen gesunden Waldkauzbestand brauche es alte morsche Höhlenbäume, artenreiche Wälder und lebendige Kulturlandschaften, in denen der Naturkreislauf funktioniert und die Vögel Nahrung finden.

Der Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums nutzte die Freilassung des Waldkauzes für einen eindringlichen Appell an Spaziergängerinnen und Spaziergänger, vermeintliche Waisen-Vögel in der Natur zu lassen und nicht mitzunehmen: „In aller Regel sind die Tiere nicht verlassen, sondern nur noch nicht ganz flügge.“ Das gilt auch für junge Waldkäuze: Sie verlassen schon im Alter von etwa einem Monat das Nest. Häufig sitzen diese ‚Ästlinge‘ dann auf Zweigen oder am Boden in der Nähe. „Die Vögel wirken vielleicht verloren, sie können aber einfach noch nicht so gut fliegen und werden von den Altvögeln mit Nahrung versorgt“, betont Schmidt-Rothmund. Normalerweise sind die Tiere mit etwa drei bis vier Monaten selbständig. Im Herbst verlässt der Nachwuchs das elterliche Revier und die jungen Käuze suchen sich dann ein eigenes neues Zuhause.

Waldkauz-Steckbrief:

Der Jahresvogel fühlt sich in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten, ist aber auch in städtischen Parkanlagen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand zuhause.

Man erkennt den Waldkauz an seinem kompakten Körperbau und dem rindenfarbenen, grau- oder rotbraunen Gefieder. Auf dem gedrungenen Rumpf sitzt ein großer Kopf ohne Federohren. Die großen runden „Knopfaugen“ geben ihm ein freundliches Aussehen. Der stark gekrümmte Schnabel ist gelblich gefärbt. Waldkäuze werden mit 40 bis 42 Zentimetern Länge etwa so groß wie Krähen und wiegen ungefähr ein halbes Kilogramm. Wie alle Eulen fliegen sie dank ihres speziellen Gefieders nahezu geräuschlos. Waldkäuze sehen ausgezeichnet – auch in tiefer Dämmerung, wenn noch ein wenig Restlicht vorhanden ist. Bei völliger Dunkelheit verlassen sie sich ausschließlich auf ihr exzellentes Gehör.

„Ob es sich bei dem freigelassenen Vogel um ein Weibchen oder Männchen handelt, ist äußerlich nicht feststellbar – zumindest für uns Menschen“, erklärt Daniel Schmidt-Rothmund. „Waldkäuze untereinander erkennen mit ihrem speziellen Sehvermögen feine Unterschiede im Gefieder, und damit natürlich durchaus individuelle Merkmale und solche zum Geschlecht.“ Für das menschliche Auge sehen Männchen und Weibchen aber gleich aus. Wenn Waldkäuze mit etwa fünf bis sechs Monaten dem Teenageralter entwachsen sind, ist es möglich angesichts von Gewicht und Größe auf ihr Geschlecht zu schließen. Männchen sind mit etwa 440 Gramm in der Regel etwas leichter als Weibchen, die rund 560 Gramm wiegen.

erschienen am: 2017-04-20 im europaticker

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 15. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken