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Nachteilige Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf die biologische Vielfalt verhindern
Bekämpfung invasiver Arten

Unter anderem mit Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und im Bundesjagdgesetz will die Bundesregierung die Durchführung einer EU-Verordnung ((EU) Nr. 1143/2014) zum Umgang mit invasiven Tier- und Pflanzenarten sicherstellen. Der entsprechende Gesetzentwurf (18/11942) sieht vor allem Zuständigkeits- und Eingriffsregelungen vor. Zudem soll unter anderem ein Genehmigungssystem errichtet werden, um Ausnahmen beispielsweise für die Forschung zu ermöglichen. Ziel der Verordnung sei es, "die nachteiligen Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf die biologische Vielfalt und die mit ihr verbundenen Ökosystemdienstleistungen zu verhindern, zu minimieren und abzuschwächen", schreibt die Bundesregierung.

Als biologische Invasion bezeichnet man allgemein die Ausbreitung einer Art in einem Gebiet, in dem sie nicht heimisch ist. Die eingebürgerten Arten nennt man Neobiota; man unterscheidet eingebürgerte Tiere (Neozoen), Pflanzen (Neophyten) und Pilze (Neomyceten). Von besonderem Interesse ist die Einschleppung von Arten durch den Menschen. Die invasiven Spezies (oder Bioinvasoren) können unter Umständen die Ökosysteme verändern, heimische Arten verdrängen und die Artenvielfalt reduzieren. Biologische Invasionen sind Forschungsgegenstand der Invasionsbiologie. Dieser Zweig der Biologie hat sich aus der Adventivfloristik entwickelt. Als Begründer der Invasionsbiologie gilt der britische Ökologe Charles Sutherland Elton mit einer Veröffentlichung im Jahr 1958.

Die Warnliste invasiver Gefäßpflanzenarten in Deutschland wurde vom Bundesamt für Naturschutz im Jahre 2013 veröffentlicht. Erfasst wurden 38 Neophyten, die sich in der Bundesrepublik Deutschland invasiv ausbreiten sowie 17 potentiell invasive Arten

In seiner Stellungnahme fordert der Bundesrat unter anderem, klarere Regelungen für Zoos zu schaffen. So soll für Altbestände von Zoos, bei denen keine Vermehrung vorgesehen ist, Rechtssicherheit hergestellt werden. Zudem soll nach Ansicht der Länderkammer klargestellt werden, dass Zoos weiterhin "ohne großen Verwaltungsaufwand" Exemplare invasiver Arten halten können. Es könne bei Zoos davon ausgegangen werden, "dass die mit invasiven Arten sonst verbundenen Gefahren nicht bestehen", schreibt der Bundesrat zur Begründung. Die Haltung erfülle im Übrigen "die Anforderungen des Tierschutzrechts und dient insbesondere Zwecken der Umweltbildung". Die Bundesregierung stimmt in ihrer Gegenäußerung diesen beiden Vorschlägen zu.

erschienen am: 2017-04-21 im europaticker

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