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Umweltbildung, Abfallvermeidung und die richtige Trennung von Abfällen und Wertstoffen sind Themen,
die der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb immer wieder in die Öffentlichkeit trägt
Landkreis Heidenheim: Wo aus Bioabfall bester Kompost wird

Gut geeignet hierfür ist eine Exkursion ins Mergelstetter Entsorgungszentrum, wo das Biokompostwerk, aber auch die Problemstoffsammelstelle und das weitläufige Wertstoff-Zentrum die Besucher  dazu einlädt, sich mit dem schonenden Umgang natürlicher Rohstoffe auseinanderzusetzen. Kein Wunder also, dass sich eine 21 köpfige Besucherschar der Naturschutzwarte aus den Reihen des Schwäbischen Albvereins mit vielen Fragen und großem Interesse aufgemacht hat ins Entsorgungszentrum. Wird doch im weitläufigen Entsorgungszentrum die richtige Abfalltrennung greifbar und begreiflich.  Lothar Hänle vom Kreisabfallwirtschaftsbetrieb begleitete  die von Gau-Naturschutzwart Dieter Käßmeyer angeführte Gruppe übers Gelände des Wertstoff-Zentrums. Dabei  erläuterte Hänle beispielhaft, was mit ausgedienten Videokassetten und CDs passiert. „Also die alten CDs werden zu Granulat verarbeitet oder bekommen dann als Eiskratzer ein zweites Leben.“

Das Wertstoff-Zentrum hat verschiedene Container für Pappe und Papier. Extra Container stehen bereit für Elektrogeräte wie Computer und Monitore, Scanner und Waschmaschinen, Bügeleisen oder Rasierapparate. An der Problemstoffsammelstelle werden wiederum schadstoffhaltige Abfälle angeliefert. Dazu gehören Chemikalien aus dem Hobbylabor, Pflanzenschutzmittel, aber auch Leuchtstoffröhren und flüssige Lacke und Farben. Auch erfuhren die Teilnehmer, dass manche Biotonnen-Benutzer noch immer Windeln, Problemstoffe, Restmüll, Verpackungen aus Kunststoff und jede Art von Plastiktüten, auch die so genannte abbaubaren kurzerhand in die Biotonne werfen. „Deshalb hat’s dieses Jahr auch nochmals vom Kreisabfallwirtschaftsbetrieb extra kostenlose Papiertüten für Bioabfälle gegeben, die jedem Haushalt zugegangen sind. Und die in der Küche in das Vorsortiergefäß für Bioabfälle gelegt werden können. Nur solche Papiertüten sind tatsächlich gut abbaubar im Kompostwerk. Im Gegensatz zu so genannten abbaubaren Plastiktüten oder Biobeuteln aus Stärke, die viel zu lange brauchen, um zersetzt zu werden, da der Bioabfall in der Rottehalle des Kompostwerks längstens zwölf Wochen bleibt. Und in dieser Zeit verrotten die Kunststoffteile der angeblich abbaubaren Kunststoff-Tüten nicht. Stattdessen vermindern diese die Qualität des Endprodukts Kompost oder müssen eben vorab mühsam aussortiert werden. Deshalb gilt es, nur zu Papiertüten für Bioabfälle zu greifen. Dabei tut’s auch die Bäckertüte oder man schlägt die Bioabfälle in alte Zeitungen ein.

Abschließend diskutierten die Naturschutzwarte im Seminarraum des Entsorgungszentrums  verschiedene Umweltthemen: Von der Kreisputzete übers Littering im öffentlichen Raum bis zum ungebremsten Trend massenhaft coffee to go Becher zu konsumieren. Aber auch über die Aktionen des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs - gemeinsam mit vielen Bäckereien im Kreis - diesem Trend durch das Angebot  von Mehrwegbechern entgegenzusteuern. Weitere Themen betrafen die  kurze Nutzungszeit von Plastiktüten oder den rasanten Anstieg von Plastikmüll in Flüssen, Seen und Meeren. Kommen diese Stoffe letztlich doch über  Luft,  Boden oder Grundwasser, aber eben auch in Tieren, die von Menschen verzehrt werden, wieder zurück in die Nahrungskette. So werden viele Mikroplastikpartikel von Fischen gefressen, da sie diese mit dem Plankton aufnehmen. Vögel, die Plastik oftmals mit Nahrung verwechseln, können das unverdauliche Plastik nicht mehr ausscheiden und gehen elend zugrunde. Einig war sich die Runde, dass, wer auf Plastik verzichtet, der Umwelt hilft. Wer einkauft hat es selbst in der Hand, ob mehr oder weniger Müll anfällt. Wer offene Frischware wie Obst und Gemüse von heimischen Erzeugern kauft und in die mitgebrachte Tasche steckt, tut ganz konkret etwas für die Umwelt. Weitere Fragen drehten sich um das aktuelle Angebot des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs im Bereich Umweltbildung an den Schulen. Wird doch solchen Unterrichtseinheiten ein hoher Stellenwert zugemessen, da auf diesem Weg gerade die junge Generation für den Natur- und Umweltschutz zu gewinnen ist. Die Naturschutzwarte nahmen bei diesem Ausflug jedenfalls zahlreiche Anregungen mit. Zugleich zeigten sie sich beeindruckt von der Arbeit, die im Kompostwerk und beim Kreisabfallwirtschaftsbetrieb im Blick auf eine beispielhafte Kreislaufwirtschaft geleistet wird.

erschienen am: 2017-05-09 im europaticker

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