europaticker:
Rohre wurden als Zaunpfähle wiederverwendet oder beim Bau von Ställen eingesetzt
MDR: Experte warnt vor radioaktiv verstrahlten Gasrohren in der Altmark

Der Umweltmediziner und Strahlenschutz-Ermächtigte Matthias Bantz warnte vor radioaktiv verstrahlten Gasrohren in der westlichen Altmark. Das berichtet „MDR-exakt“ in seiner Ausgabe am Mittwoch (17.05.2017) . „Radioaktivität, ganz gleich, wie hoch sie ist, gehört aus medizinischer Sicht nicht in die freie Natur“, sagte der Umweltmediziner dem MDR-Magazin. Jeder Atomzerfall bewirke Chromosomenveränderungen und könne damit genetische Schäden verursachen oder Auslöser für bösartige Tumore sein.

Nach „exakt“-Recherchen sind zu DDR-Zeiten nicht länger benötigte Rohre aus der Erdgasförderung im Norden von Sachsen-Anhalt an die Bevölkerung in der Altmark abgegeben worden. Die Rohre wurden dann als Zaunpfähle wiederverwendet oder beim Bau von Ställen eingesetzt. Wie viele es genau sind, kann heute nicht mehr mit Gewissheit gesagt werden. Nach Schätzungen von Experten könnte es sich um mehrere hundert Kilometer Gasrohre handeln, die zum Teil radioaktiv verseucht sind. „MDR-exakt“ hat bei Messungen mehr als das 100-fache der natürlichen Radioaktivität festgestellt, mehr als acht Mikrosievert pro Stunde.

Seit über 40 Jahren wird im Altmarkkreis Salzwedel Erdgas gefördert. Zu DDR-Zeiten durch einen volkseigenen Betrieb, nach der deutschen Wiedervereinigung hat das Energieunternehmen Gaz de France das Förderfeld übernommen. Seit Jahren wird in diesem Zusammenhang immer wieder die Giftschlammgrube Brüchau kritisiert. Die Anwohner fordern die vollständige Entfernung der Giftstoffe aus der Grube. Denn darin lagern Abfälle aus der Erdgasförderung, neben Quecksilber und Benzol auch strahlender Müll. Über deren genaue Menge wollte der Betreiber Gaz de France / ENGIE auf Anfrage von „exakt“ keine Auskunft erteilen.

Mehr zum Thema: „exakt“, Mittwoch, 17. Mai 2017, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen

erschienen am: 2017-05-18 im europaticker

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Mitglied im Deutschen Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 15. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken