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Hamburg: Der Windpark Neu Wulmstorf bestand aus drei weitgehend baugleichen Windanlagen
Umgestürztes Windrad auf der Deponie: Lagerschaden als Ursache identifiziert

Ein defekte Blattlager waren am 3. Januar 2017 Ursache der Havarie eines von drei Windrädern der Stadtreinigung Hamburg (SRH) auf einer ehemaligen Deponie in Neu Wulmstorf. Das ist das Ergebnis des jetzt vorliegenden Sachverständigengutachtens, teilt die SRH heute (18.05.2017) mit.

Die Blattlager sind für die Verstellung der Rotorblätter zuständig und müssen sich bei höheren Windgeschwindigkeiten zuverlässig bewegen lassen, um die Rotorblätter schnell aus dem Wind heraus zu drehen und damit die Rotationsgeschwindigkeit zu reduzieren. Dieser Vorgang hat am Tag der Havarie offensichtlich aufgrund von Materialschäden innerhalb der Blattlager nicht funktioniert. Die dadurch viel zu hohe Rotationsgeschwindigkeit konnte auch von der Notbremse nicht mehr eingefangen werden. Die ungeplant hohe Belastung des Turmes führte dann zum Abrechen des Turmes. Der Zustand der Blattlager wurde erst durch die vollständige Zerlegung sichtbar. Die Kontrolle dieser Lager war nicht Bestandteil der regelmäßig vorgenommenen Wartungen, sodass diese Materialschäden nicht erkennbar waren.

Die Fertigstellung des Gutachtens hatte sich mehrfach verzögert, weil sich im Zuge der Untersuchungen tieferer Analysebedarf ergeben hatte. Zunächst konzentrierte sich der Gutachter auf mögliche Materialfehler in den Bolzen der Turmverschraubungen. Eine aufwändige Analyse der Bolzen ergab jedoch, dass diese alle geforderten Mate-rialeigenschaften einhalten. Prüfungen an den anderen beiden Windanlagen dieses Windparks ergaben, dass auch der Zustand der Turmverschraubungen eine ausreichende Festigkeit aufwies.

Der Windpark Neu Wulmstorf bestand aus drei weitgehend baugleichen Windanlagen. Nach der Havarie der einen Windanlage am 3.1.2017 hat die Stadtreinigung Hamburg aus Sicherheitsgründen die anderen beiden Windanlagen sofort stillgelegt, bis die Schadensursache ermittelt ist. Das Gutachten enthält auch eine Liste der Maßnahmen, die zu ergreifen sind, um die zwei anderen Windanlagen wieder in Betrieb nehmen zu können. Dazu gehört eine genaue Kontrolle der Blattlager der beiden intakten Windkraftanlagen.

erschienen am: 2017-05-18 im europaticker

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