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Der Mensch kann Radioaktivität mit seinen Sinnesorganen nicht wahrnehmen oder erfassen
Studie untersucht Lebensmittel auf radioaktive Stoffe

In Kooperation mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Rahmen der BfR-MEAL-Studie zubereitete Lebensmittel auf Strahlung durch radioaktive Elemente wie Uran untersuchen. Insbesondere werden Lebensmittel berücksichtigt, die von der Bevölkerung in Deutschland am meisten verzehrt werden. Dazu gehören Lebensmittel aus Getreideprodukten sowie Gemüse und Kartoffeln, Milchprodukte, Fleisch und Fisch.

"Auch wenn Strahlung aussendende radioaktive Elemente wie Uran nur in geringen Mengen in Lebensmitteln enthalten sind, könnte ein Risiko von den chemischen Eigenschaften und der radioaktiven Strahlung der Stoffe ausgehen, wenn diese über einen längeren Zeitraum und in höheren Konzentrationen aufgenommen werden. Das tatsächliche Risiko wird nun im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem BfS untersucht", erläutert Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. "Aus diesem Grund werden das BfS und das BfR gemeinsam weitere Daten für die Risikobewertung gewinnen", ergänzt Hensel.

"Der Mensch kann Radioaktivität mit seinen Sinnesorganen nicht wahrnehmen oder erfassen", sagt Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz. "Bürgerinnen und Bürger sind daher auf geprüfte und verlässliche Daten angewiesen, die wir zur Verfügung stellen. Die gemeinsame Studie soll dabei helfen, mögliche oder vernachlässigbare Risiken besser verstehen, vergleichen und einordnen zu können."

Das BfR untersucht im Rahmen der BfR-MEAL-Studie erstmals in Deutschland Lebensmittel auf verschiedene Stoffe wie Nährstoffe, Schwermetalle oder auch Zusatzstoffe, um mittlere Konzentrationen dieser Stoffe in der durchschnittlichen Ernährung des Menschen zu ermitteln. Von den bereits in der BfR-MEAL-Studienküche haushaltstypisch zubereiteten Lebensmitteln erhält das BfS ausgewählte Lebensmittelproben zur Untersuchung verschiedener natürlicher Radionuklide wie Uran, Radium-226, Radium-228 oder Blei-210. Hintergrund ist, dass natürliche Radionuklide in unterschiedlichen Konzentrationen und Verbindungen in Gesteinen und Mineralien überall in der Umwelt vorkommen können. Aus diesem Grund können sie auch in Lebensmitteln enthalten sein.

Die Auswahl der Lebensmittel seitens des BfS basiert auf der Nationalen Verzehrstudie II und umfasst vor allem Getreideprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Das BfS untersucht in den Lebensmittelproben verschiedene radioaktive Elemente. Anhand der Messergebnisse der Proben wird das BfS Dosisabschätzungen für die Bevölkerung durchführen.

Auftraggeber der BfR-MEAL-Studie ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Untersuchung ist auf sieben Jahre angelegt und berücksichtigt im Wesentlichen die gesamte deutsche Lebensmittelpalette. Ziel ist es, erstmals in Deutschland Aufschluss über die Konzentrationen verschiedener Stoffe in den von Verbraucherinnen und Verbrauchern verzehrten Lebensmitteln zu erhalten.

 

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist eine organisatorisch selbstständige wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Das BfS arbeitet für die Sicherheit des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Es berät die Bundesregierung in Fragen des Strahlenschutzes.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

In diesem Jahr feiert das BfR sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat das BfR eine Jubiläumsbroschüre herausgegeben, die unter www.bfr.bund.de kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden kann.

erschienen am: 2017-05-28 im europaticker

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