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Erste Phase des Kampfmittelmanagements, die sogenannte Historisch-genetische Rekonstruktion (HgR
) zur Kampfmittelbelastung, konnte abgeschlossen werden
Vom ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen zum Nationalen Naturerbe

Auf Einladung von Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) fand im Bürgerhaus Lübtheen ein Informationsaustausch zwischen BImA und den Landes- sowie Kommunalbehörden über den Stand der Entwicklung der Naturerbefläche „Lübtheener Heide“ statt. Lübtheen ist eine Landstadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt in der Metropolregion Hamburg im Südwesten Mecklenburgs, knapp 13 Kilometer von der Elbe entfernt, in das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe eingebettet. Die Städte Schwerin und Ludwigslust sind jeweils ca. eine halbe Autostunde, die Stadt Boizenburg 35 Minuten entfernt. Lübtheen erfüllt die Funktionen eines Grundzentrums für seine Umgebung

Seit 1936 wurde die Lübtheener Heide intensiv militärisch genutzt. Die BImA hat mit ihrem Bundesforstbetrieb Trave nach Aufgabe dieser Nutzung im Jahr 2013 die komplette Betreuung für die gesamte Naturerbefläche übernommen.

Die von der BImA beauftragte HgR bestätigt in weiten Teilen die bisher vermutete Kampfmittelbelastung. Um Besucher zu schützen, hatten sich die verantwortlichen Ordnungsbehörden der Ämter Hagenow-Land, Ludwigslust-Land, Dömitz-Malliß und der Stadt Lübtheen mit Zustimmung des Landkreises und der BImA dazu entschlossen, die Lübtheener Heide seit 1. Dezember 2015 für die Öffentlichkeit zu sperren.

Seit Januar 2015 gehört das 6.200 Hektar große Areal zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, seit Juni 2015 zum Nationalen Naturerbe.

Maßgeblich für den hohen Naturschutzwert der Lübtheener Heide sind die seltenen Offenland-Lebensräume und die großflächig zusammenhängenden Kiefernwälder. Hier befindet sich auch die größte aktive Binnendüne Deutschlands.

In enger Zusammenarbeit mit der BImA und den Kommunen möchte das Land nun Möglichkeiten ausloten, um die Einzigartigkeit des Gebietes auch stärker für die Entwicklung des ländlichen Raumes zu nutzen.

„Für ein abgestimmtes, strategisches Vorgehen ist es wichtig, dass sich die betroffenen Akteure gegenseitig regelmäßig ins Bild setzen. Mit Blick auf die verschiedenen Ansprüche an diesen Landschaftsraum wird es vor allem darauf ankommen, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen“, sagte Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Entscheidend sei zunächst die aktuelle Einschätzung des Munitionsbergungsdienstes M-V. Von der Klärung der Sicherheitslage werde abhängen, wie schnell die Lübtheener Heide in welche Richtung entwickelt werden kann.

Inzwischen konnte die erste Phase des Kampfmittelmanagements, die sogenannte Historisch-genetische Rekonstruktion (HgR) zur Kampfmittelbelastung, abgeschlossen werden. Im Ergebnis wurden zum 1. Januar 2017 Teilflächen in den Randbereichen der Liegenschaft mit einem Umfang von bereits 860 Hektar für das öffentliche Betreten freigegeben.

In einem nächsten Schritt bereitet der Munitionsbergungsdienst M-V im Auftrag der BImA die technische Erkundung für eine 295 Hektar große Teilfläche im Südwesten der Liegenschaft nahe der Ortslagen Jessenitz-Werk, Volzrade und Benz vor.

„Das Kampfmittelmanagement im Umkreis um die unmittelbar angrenzenden Ortschaften hat aufgrund des Gefährdungspotenzials, insbesondere im Falle von Waldbränden, für uns oberste Priorität“, erklärte Henning Bremer, Leiter des Bundesforstbetriebs Trave. „Parallel dazu laufen derzeit die Vorbereitungen, einen Nationalen-Naturerbe-Entwicklungsplan für die Lübtheener Heide zu erstellen“, führte er weiter aus.

Zur Beratung erwartet werden neben Vertretern des Munitionsbergungsdienstes M-V auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter des NABU, des BUND und des Tourismusverbandes.

erschienen am: 2017-07-06 im europaticker

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