europaticker:
BUND macht erstmalig in Region Heilbronn-Franken vom Verbandsklagerecht Gebrauch
Baden-Württemberg: Windpark Langenburg - BUND stellt Eilantrag für sofortigen Baustopp

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, hat das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem Eilantrag aufgefordert, die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs der Naturschutzverbände gegen den Windpark Langenburg (Brüchlinger Wald) wiederherzustellen. Das würde einen Baustopp für den Windpark mit 12 Anlagen bedeuten.

Der Eilantrag ist sowohl naturschutzfachlich als auch wegen gravierender Verfahrensfehler begründet, analysiert die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. „Nach unserer Auffassung verkennt das Landratsamt Schwäbisch Hall als Genehmigungsbehörde die Bedeutung des Brüchlinger Walds als Lebensraum für windkraft-sensible Vogelarten, insbesondere Schwarzstorch und Wanderfalke und unterschätzt damit die Gefährdung dieser Arten durch den geplanten Windpark erheblich.“

„Der BUND sieht außerdem einen schwerwiegenden Verfahrensfehler in der fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie wurde nicht vorgenommen, obwohl im zu betrachtenden Raum über 20 Windenergieanlagen errichtet werden sollen. Hier bleiben auch nach Ausschöpfung aller Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt. Die UVP wäre somit nötig gewesen“, so Dahlbender.

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir ausgerechnet bei der Genehmigung eines Windparks zum ersten Mal in der Region Heilbronn-Franken vom Verbandsklagerecht Gebrauch machen müssen“, kommentiert BUND-Regionalgeschäftsführer Gottfried May-Stürmer. Der Brüchlinger Wald ist aber ein Musterbeispiel für die alten, strukturreichen und bisher störungsarmen Wälder, in denen BUND und NABU Windparks ablehnen. „Es wäre ein Trauerspiel, wenn die Wiederansiedlung des Schwarzstorchs, der bis in die 1990er Jahre in Baden-Württemberg ausgestorben war, jetzt durch unzureichende Planungen zunichte gemacht würde“, so der Biologe.

erschienen am: 2017-07-10 im europaticker

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Mitglied im Deutschen Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 15. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken