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BN appelliert an Ministerpräsident Seehofer Steigerwald und Spessart zu schützen
Nur Waldschutzgebiet ermöglicht Weltnaturerbebewerbung

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) bewertet die aktuelle Erweiterung der bisherige Weltnaturerbestätte „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ mit Teilgebieten in der Ukraine, Slowakei und Deutschland um 63 Teilgebiete in 10 Ländern als Erfolg für den europäischen Waldnaturschutz. „So sehr wir uns freuen, dass viele andere europäische Länder und auch vier deutsche Bundesländer es sehr ernst nehmen mit dem Schutz der europäischen Waldnaturerbes, so sehr bedauern wir es, dass der Freistaat Bayern sich diesem einzigartigen Prozess bislang verweigert“, kritisiert Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern. „Wir appellieren deshalb an Ministerpräsident Horst Seehofer, sich persönlich dafür einzusetzen, dass Bayern mit Österreich gleichzieht und mit dem Steigerwald und dem Spessart die zwei Topgebiete als künftige Weltnaturerbestätten Buchenwälder anmeldet.“ Dazu ist allerdings ein nutzungsfreies Großschutzgebiet, wie ein Nationalpark, die zentrale Voraussetzung. Österreich freut sich wie neun weitere europäische Länder, dass mit dem Urwald Rothwald in Niederösterreich und mit Teilen des Nationalparks Kalkalpen in Oberösterreich zwei Waldgebiete als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden.

Bayern muss sein Waldnaturerbe schützen, allen voran Steigerwald und Spessart

Bereits 2006 wurden deutschlandweit geeignete Waldgebiete für ein Weltnaturerbe Buchenwälder gesucht. Auch Bayern war mit zwei Top-Laubwaldgebieten dabei: dem Steigerwald und dem Spessart. Beide Gebiete wurden als Weltnaturerbe besser bewertet wie andere Waldgebiete, die sich heute mit dem Weltnaturerbetitel schmücken können. Für diesen Titel wäre ein großflächiges Schutzgebiet, wie ein Nationalpark notwendig gewesen. Doch die Bayerische Staatsregierung hat es im Gegensatz zu anderen Bundesländern abgelehnt, einen kleinen Teil ihrer Buchenwälder als Nationalparke zu schützen. Damit hat Bayern leider eine große Chance vertan, das Renommee der beiden fränkischen Regionen zu steigern und auch Franken insgesamt als Tourismusregion zu stärken. „Wir begrüßen es als Naturschutzverband, wenn Bayern zu Recht stolz auf seine Kulturschätze ist und für deren Erhalt auch viel Geld investiert“, so Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter. „Wir erwarten aber auch, dass gerade der Freistaat Bayern, der mit einer intakten Natur wirbt, seine Naturschätze für die Nachwelt bewahrt und schützt.“ Und dafür braucht es im Naturwald nun mal weniger die Motorsäge, sondern die Bereitschaft des Freistaates als Waldeigentümer in einem kleinen Teil des Staatswaldes auf dessen Nutzung zu verzichten. Stattdessen sollten die Bäume in den naturnähesten Wäldern in Würde altern dürfen. „Wir appellieren an Ministerpräsident Seehofer im Steigerwald und im Spessart der bayerischen Bevölkerung zwei Nationalparke zu schenken und diese als Bayerns Beitrag und als Ergänzung für die Weltnaturerbestätten „Europäische Buchenwälder“ bei der UNESCO anzumelden.

UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder

Die bisherige Stätte „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ mit Teilgebieten in der Ukraine, Slowakei und Deutschland ist nunmehr um 63 Teilgebiete in 10 Ländern erweitert (Albanien, Belgien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien, Ukraine). Zusammen bilden die Teilgebiete ein außergewöhnliches Beispiel für die herausragende Entwicklung eines terrestrischen Ökosystems und der Entwicklung von Lebensgemeinschaften seit der letzten Eiszeit. Die europäische Buche (Fagus sylvatica) ist nur in Europa heimisch und hat für die Funktionstüchtigkeit der europäischen gemäßigten Laubwaldökosystemen eine besondere Bedeutung.

erschienen am: 2017-07-11 im europaticker

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