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Berechnung umfasst etwa 16.500 Streckenkilometer Haupteisenbahnstrecken und 70 Ballungsräume
auf einer Fläche von mehr als 50.000 Quadratkilometern
Neue Lärmkarten der Haupteisenbahnstrecken für das Eisenbahn-Bundesamt erstellt

Im Auftrag des Eisenbahn-Bundesamtes und unter Federführung der Disy Informationssysteme GmbH hat das Konsortium der Firmen Disy, Pöyry und SoundPLAN die EU-Umgebungslärmkartierung für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes abgeschlossen. Dieses Großprojekt beinhaltete neben der eigentlichen Lärmberechnung auch ein sehr komplexes Datenmanagement zur Prüfung, Bereinigung und Homogenisierung riesiger Datenmengen als Basis für die Berechnung der Lärmausbreitung. Die Ergebnisse der bundesweiten Lärmkartierung sind Grundlage der Lärmaktionsplanung und stehen ab sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung.

    Wirtschaftliches Wachstum und steigender Wohlstand sind eng verknüpft mit wachsendem Personen- und Güterverkehr und damit steigender Lärmbelastung. Darum gibt die Europäische Union in der EU-Umgebungslärmrichtlinie verschiedene Instrumente zur Reduzierung vor. So ist das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) verpflichtet, alle 5 Jahre Lärmkarten für die Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes auszuarbeiten. Jetzt hat das Eisenbahn-Bundesamt die dritte Kartierungsrunde abgeschlossen und alle Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern bzw. Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von über 30.000 Zügen pro Jahr erfasst. Die Berechnung umfasst etwa 16.500 Streckenkilometer Haupteisenbahnstrecken und 70 Ballungsräume. Damit deckt die aktuelle Lärmkartierung eine Fläche von mehr als 50.000 Quadratkilometern ab.

Heterogene Eingangsdaten erforderten komplexes Datenmanagement

„Die besondere Herausforderung bei dieser Lärmberechnung lag in der schier unvorstellbar großen und heterogenen Datenmenge an Ausgangsdaten, die zu verarbeiten und für die Lärmberechnung vorzubereiten war“, sagt Disy-Projektleiter Markus Beck über das Großprojekt, für das er seit November 2015 im Auftrag des EBAs verantwortlich war.

„Das sind zum einen Daten zur Eisenbahninfrastruktur, wie Gleisanlagen, Bahnhöfe, Schallschutzwände und Fahrplandaten der Deutschen Bahn, zum anderen aber auch Gebäude-, Gelände- und Landschaftsmodelle, Nutzungsinformationen und Einwohnerdaten aus Beständen verschiedener Bundesbehörden wie dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, dem Statistischen Bundesamt, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie aus den einzelnen Ländern“. Diese Daten stammen nicht nur aus verschiedenen Quellen, sondern sie liegen auch in unterschiedlichen Formaten, Qualitäten und räumlichen Darstellungen vor. Diese müssen miteinander in Beziehung gebracht und gegeneinander verifiziert werden, damit am Ende die Lärmkarten berechnet werden können.

Diese komplexe Aufgabe der Geodatenaufbereitung ist händisch nicht mehr darstellbar und nur noch über datenbankgestützte, hochskalierte und automatisierte Datenflussprozesse mit integrierter Qualitätssicherung und in Kombination mit hoher Rechenleistung umsetzbar.

erschienen am: 2017-07-12 im europaticker

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