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Erhöhte Schwermetallbelastungen wurden im Umfeld von Aurubis und Stadthafen nachgewiesen
Blei-Belastung in Lüner Gartengemüse sinkt weiter

Die Ergebnisse der seit 2009 durch das LANUV NRW durchgeführten Untersuchungen verschiedener Gemüsearten in Lüner Kleingärten liegen nunmehr auch für das Jahr 2016 vor. Das Gartengemüse wurde auf die Schadstoffgehalte an Blei, Cadmium, Nickel, Arsen, Kupfer, Zink und Chrom untersucht. Die die Bezirksregierung hatte vor rund sieben Jahren vom Anbau und Verzehr von Blattgemüse im Umkreis von Aurubis wegen zu hoher Bleibelastung abgeraten. Erhöhte Schwermetallbelastungen wurden im Umfeld von Aurubis und Stadthafen auch in Nahrungspflanzen nachgewiesen.

Vorangegangene Untersuchungen führten aufgrund noch erhöhter Bleibelastungen zu der Empfehlung, Grünkohl und andere Blattgemüse, wie etwa Mangold und Spinat, nicht zu verzehren. Die Belastung von Kopfsalat ist hingegen bereits seit einigen Jahren hinsichtlich aller untersuchten Stoffe gesundheitlich unbedenklich.

Eine Beurteilung der Schadstoffgehalte erfolgte mit Blick auf die Metalle Blei und Cadmium anhand der EU-Verordnung EU/420/2011. Für die anderen Parameter gibt es keine EU-weit einheitlichen und verbindlichen Regelungen. Daher erfolgt hierfür eine Risikoabschätzung u.a. anhand der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge (TDI) unter Berücksichtigung des allgemeinen Warenkorbes und der zusätzlich verzehrten Menge an Lüner Gartengemüse bzw. anhand der Ergebnisse des Wirkungsdauermessprogramms (WDMP) des LANUV NRW (Hintergrund).

Der bereits in den letzten Jahren zu erkennende abnehmende Trend der Belastung von Lüner Gemüse durch den Schadstoff Blei wird auch für den Untersuchungszeitraum 2016 bestätigt. Soweit zuvor noch allein in einem Kleingarten der Beurteilungswert einschlägiger EU-Vorschriften für Blei im Grünkohl überschritten wurde, ist die Belastung nunmehr auch dort im unkritischen Bereich. Die Endivie weist bereits seit 2013 an allen untersuchten Standorten geringe Konzentrationen an Blei auf.

Insgesamt bedeutet dies, dass sich mit Blick auf diesen Parameter eine gesundheitliche Gefahr durch den Verzehr von Gemüse aus den untersuchten Kleingärten nun nicht mehr ableiten lässt.

Die Notwendigkeit, die bisher ausgesprochene Empfehlung, bestimmte Gemüsearten aufgrund erhöhter Bleibelastung nicht zu verzehren, weiterhin aufrecht zu erhalten, besteht aktuell grundsätzlich nicht mehr.

Aus Vorsorgegründen wird jedoch an einer solchen Empfehlung zunächst noch festgehalten.

Sofern der abnehmende Trend durch nachfolgende Untersuchungen weiterhin bestätigt wird, ist zu prüfen, inwieweit die Empfehlung, Grünkohl und andere Blattgemüse, wie etwa Mangold und Spinat, nicht zu verzehren, aufgehoben werden kann.

Die Belastung durch die Metalle Cadmium, Chrom, Kupfer und Zink liegt wie auch in den letzten Jahren im gesundheitlich unbedenklichen Bereich.

Hinsichtlich der gesundheitlichen Bewertung des untersuchten Gartengemüses durch die Belastung an Nickel und Arsen ergibt sich folgendes: Insgesamt ist festzustellen, dass die Belastung des in Lüner Kleingärten angebauten Gemüses durch Arsen und Nickel im Vergleich zu normalem Handelsgemüse bzw. Gemüse eher gering belasteter Standorte in NRW grundsätzlich höher ist.

Gemessen an einschlägigen Beurteilungsmaßstäben zur maximalen täglichen Aufnahme von Nickel und Arsen, ist eine gesundheitliche Bewertung der Belastung von Lüner Gartengemüse durch diese Stoffe jedoch nicht sinnvoll, da bereits die allein über den allgemeinen Warenkorb erfolgte Aufnahme von Nickel und Arsen diese Beurteilungswerte überschreitet.

Um das gesundheitlich Risiko durch den Verzehr von selbst angebautem Gemüse im Vergleich zu anderweitig im Handel erhältlichem Gemüse nicht zu erhöhen, wird seitens des LANUV NRW empfohlen, Endivie und Grünkohl aus dem eigenen Garten nur eingeschränkt zu verzehren. Um die tägliche Aufnahme von Nickel und Arsen zu vermindern, ist es aus gesundheitlich präventiver Sicht auch hilfreich, den Verzehr von Nahrungsmitteln, die vermehrt Arsen und Nickel anreichern, einzuschränken (z.B. bestimmte Nüsse, schwarzer Tee, Reisprodukte etc.).

Die Untersuchungen sollen in 2017 weitergeführt werden.

erschienen am: 2017-07-13 im europaticker

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