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Podiumsdiskussion mit Vortrag von Ex-NABU-Vorsitenden Staatssekretär Andre Baumann
NABU: Im Dialog zur biologischen Vielfalt auf Äckern und Wiesen

Nach 30 Veranstaltungen mit rund 1.000 Teilnehmenden findet das „Dialogforum Landwirtschaft und Naturschutz“ heute in Renningen seinen Abschluss. „Wir haben unser Ziel erreicht. Menschen aus Naturschutz und Landwirtschaft sind vor Ort konstruktiv und offen miteinander ins Gespräch gekommen, um sich gemeinsam für Rebhuhn, Wildbiene und Feldhamster einzusetzen“, zieht Projektleiter und NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke eine positive Bilanz.

In Workshops und Exkursionen in zwölf Regionen des Landes ging es darum, Unterstützung zu bieten, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Grundlagen für gemeinsame Maßnahmen zu schaffen. Die Reihe hat für den Landwirtschaftsexperten gezeigt: „Naturschutz und Landwirtschaft gehören zusammen. Landwirtschaft kann erfolgreich für die Natur und mit der Natur arbeiten und wirtschaften.“ Jetzt sollten laut Goedecke die politischen Ebenen auf beiden Feldern das ihre dazutun und noch stärker an einem Strang ziehen.

Auch für den Ex-Landesvorsitzenden des NABU, Andre Baumann, derzeit Staatssekretär im Umweltministerium, steht das Miteinander im Vordergrund: „Wir können unsere Kulturlandschaften, die Artenvielfalt und eine gesunde Umwelt erhalten, wenn Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiten – gerade auch vor Ort. Dazu brauchen wir einen Dialog“, so Baumann. „Darum haben wir landesweit Landschaftserhaltungsverbände eingerichtet, die vor Ort mit Bauern und Schäfern zusammenarbeiten – Streuobstwiese für Streuobstwiese, Wacholderheide für Wacholderheide, Acker für Acker.“

Als Brückenbauerin dieses Austausches versteht sich Christina Romer, die den Landschaftserhaltungsverband (LEV) Rottweil leitet: „Wir möchten regelmäßig Gelegenheiten zum Austausch vor Ort schaffen – und das über das Projektende hinaus. Auf jeden Fall sollte das, was hier angestoßen wurde, weitergeführt werden“, erläutert sie. „Die Artenvielfalt insbesondere auf blumenbunten Mähwiesen können wir nur gemeinsam mit den Landwirten als den maßgeblichen Flächenbewirtschaftern sichern“, ist Romer überzeugt. Die LEVs unterstützen Landwirtinnen und Landwirte dabei, Maßnahmen der Landschaftspflege und des Naturschutzes zu planen und umzusetzen.

Ziel des von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten Projekts war es, Informationen zu vermitteln und Vorbehalte auf beiden Seiten abzubauen, um gemeinsame Maßnahmen gegen den Artenschwund auf Äckern und Wiesenflächen anzustoßen. „Wir können auf 30 sehr gut besuchte Dialog-Veranstaltungen zurückblicken“, freut sich Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Verbands Katholisches Landvolk und Mitglied des Projektbeirats. Das alleine ist ihm aber zu wenig. „Jetzt geht es darum, den erfolgreich angestoßenen Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz fortzusetzen. Als kirchliche Einrichtung ist uns das Miteinander besonders wichtig. Der Dialog hat erfolgreich dazu beigetragen, das gegenseitige Verständnis nachhaltig zu vertiefen, damit beide Seiten partnerschaftlich und Hand in Hand zusammenarbeiten. Jetzt ist die Landesregierung gefordert, den Dialog weiter zu unterstützen und fortzuführen“, fordert er.

Zum Hintergrund:

Das Artensterben nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Frühere „Allerweltsvögel“ wie Feldlerche oder Rebhuhn und wichtige Bestäuberinnen wie Wildbienen und Hummeln sind stark gefährdet oder im Bestand zurückgegangen. Um den Artenschwund zu stoppen, ist es dringend notwendig, unter anderem die Lebensraum- und Strukturvielfalt auf Agrarflächen zu erhöhen. Dafür braucht es gemeinsame Ideen und Anstrengungen von Landwirtschaft und Naturschutz.

Über das „Dialogforum Landwirtschaft und Naturschutz“:

Das vom NABU Baden-Württemberg initiierte Projekt wurde gefördert von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Während der zweijährigen Laufzeit informierten sich Landwirtinnen und Landwirte anhand guter, praktischer Beispiele darüber, wie sie sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft einsetzen können. Weiteres Ziel war ein besseres gegenseitiges Verständnis von Landwirtschaft und Naturschutz zu entwickeln. Dabei stand der praktische Austausch vor Ort im Vordergrund. Im Projektbeirat engagierten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden.

erschienen am: 2017-07-12 im europaticker

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