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Wattenrat kritisiert Fremdenverkehrsindustrie: Feuerwerke und lautstarke "Events"
am Wattenmeer-"Weltnaturerbe"
Vögel fliehen in Massen vor Feuerwerken

Der Wattenrat Ostfriesland macht auch in diesem Jahr wieder auf die vielen sommerlichen Feuerwerke und lauten Musikveranstaltungen direkt am Großschutzgebiet Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ aufmerksam. Der Wattenrat äußert sein Unverständnis gegenüber der Ignoranz der Tourismusbetreiber, die auch noch nach mehr als 30 Jahren seit Bestehen des Nationalparks immer noch sehr störintensive Veranstaltungen von Cuxhaven bis Borkum direkt an der Grenze des Großschutzgebietes durchführen oder neu erfinden, ohne dass die Nationalparkverwaltung oder das Umweltministerium dagegen einschreiten.

Der Vogelzug aus Nordeuropa ist im Wattenmeer bereits im vollen Gange. Die Zugvögel reagieren sehr empfindlichen auf die plötzlich auftretenden Knall- und Blitzeffekte durch Höhenfeuerwerke und geraten dadurch in Panik. Höhenfeuerwerke wirken kilometerweit in das Wattenmeer-Schutzgebiet hinein, auch wenn sie unmittelbar außerhalb der Grenzen veranstaltet werden. Das Bundesnaturschutzgesetz und das Nationalparkgesetz verbieten Störungen dieser Art im Schutzgebiet. Da der Nationalpark auch europäisches Vogelschutzgebiet ist, sind eigentlich gesetzlich vorgeschriebene Verträglichkeitsprüfungen vor solchen Veranstaltungen erforderlich, die aber nie durchgeführt wurden.

Nationalpark und Weltnaturerbe sind nach Auffassung des Wattenrates nur noch die vermarktungsfähige Hintergrundkulisse und bloße Etiketten für die Fremdenverkehrsindustrie. An den störintensiven lauten Veranstaltungen an der Küste lässt sich ablesen, dass der Schutzgedanke auch nach Jahrzehnten der Öffentlichkeitsarbeit die Tourismusmacher nicht erreicht hat. Die Insel Spiekeroog ist jedoch mit gutem Beispiel vorangegangen und hat Feuerwerke auf der Insel untersagt.

Die vogelkundliche Fachzeitschrift „Der Falke“ titelte bereits 2013 „Millionenfacher Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz: Vögel fliehen in Massen vor Feuerwerken“ und veröffentlichte länderübergreifende wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse aus Belgien, den Niederlanden, Frankreichs und der Schweiz dazu. Der Wattenrat erwartet daher von der niedersächsischen Landesregierung, Feuerwerke und andere lautstarke Veranstaltung, die in den Nationalpark Wattenmeer hineinwirken, durch die Änderung des Nationalparkgesetz in Zukunft nachhaltig zu unterbinden.

Millionenfacher Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz: Vögel fliehen in Massen vor Feuerwerken http://www.falke-journal.de/wp-content/uploads/2015/11/2013-01-Feuerwerk.pdf

Text: Manfred Knake

erschienen am: 2017-08-01 im europaticker

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