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Praktische Ideen mit wenig Pflegeaufwand - Pestizide zuhause verbannen
NABU: Wohlfühl-Inseln für Insekten im heimischen Garten anlegen

Insekten sind wichtige Lebewesen unserer heimischen Natur. Sie bestäuben Wild- und Kulturpflanzen und dienen anderen Tieren als proteinreiche Kost. Doch ihnen selbst fehlt es immer mehr an Nahrung und Lebensraum. „Der Einsatz von Pestiziden und die fortschreitende Verarmung der Landschaft machen es vielen Arten schwer“, sagt NABU-Referent Volker Weiß.

Sein Rat: Der eigene Garten oder sogar Balkon kann zum wichtigen Refugium werden – mit der richtigen Pflanzenauswahl, ein wenig gärtnerischem Geschick und dem grundsätzlichen Verzicht auf Gift. „Wer Insekten – und damit auch Vögel – in seinen Garten einladen will, sollte grundsätzlich auf Herbizide und Insektizide verzichten“, rät der Gartenprofi. Neben dem Totalherbizid Glyphosat sind hierzulande weitere 51 Pestizid-Produkte für den Privatgebrauch zugelassen, mit denen Gartenbesitzerinnen und -besitzer etwa Blattläusen oder Pilzen den Garaus machen, hat der NABU recherchiert. „Mit solchen Giften greife ich immer ins komplizierte Gefüge der Natur ein und verursache oft mehr Schaden als Nutzen“, warnt Weiß.

Darüber hinaus hat der NABU-Fachmann drei weitere grüne Wohlfühl-Tipps für Insekten und Co. zur Hand: „Eine wilde Gartenecke wird das ganze Jahr über weder gemäht noch betreten. Hier lassen wir Pflanzen wie Brennnesseln, Gräsern und Klee ihren Raum, die für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig sind“, so der passionierte Gärtner.

Im September und Oktober ist die beste Pflanzzeit für neue Frühblüher. „Sie liefern ab März/April für viele früh fliegende Insekten wie Hummeln die erste Pollennahrung.“ Als hübsche Auswahl eignen sich beispielsweise Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher oder Narzissen. Auch Wildkräuter wie Gundermann und Lungenkraut schmecken den fliegenden Insekten.

Als dritter Schritt kann ein duftendes Wildstaudenbeet mit heimischen Pflanzen angelegt werden. Die farbenfrohen Hingucker sind einfach zu pflanzen und locken mit ihrem Pollen und Nektar Arten wie die Gemeine Blattschneiderbiene, die Große Wollbiene, die Wiesen- oder Erdhummel in den Garten. Auch die Pflege von Wildstauden ist kaum aufwendig: „Die Stauden müssen nur einmal im Jahr geschnitten werden, was jede Menge Zeit und Arbeit spart. Im Frühjahr, wenn der Garten zu neuem Leben erwacht, schlüpfen die Insekten, die in den Halmen überwintert haben. „Daher die Halme lieber über den Winter locker zusammenbinden und erst im Frühjahr schneiden, nicht schon im Herbst“, bittet Weiß.

Informationen für den Hintergrund:

Informationen über die NABU-Gartenkampagne „Gönn dir Garten“ unter www.NABU.de/gartenvielfalt. Hier finden Sie auch einen Pflanzplan für ein Wildstaudenbeet sowie weitere Tipps.

Bild: In wilden Gartenecken tummeln sich Schmetterlinge wie dieses Tagpfauenauge. - Foto: Klemens Karkow NABU

erschienen am: 2017-08-04 im europaticker

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