europaticker:
Heftige Unwetter in ganz Österreich, wobei am stärksten Tirol, Salzburg, Kärnten,
Steiermark und Oberösterreich betroffen waren
Schutzbauwerke der Wildbach- und Lawinenerbauung verhinderten noch größere Schäden

Ausgelöst durch starken Regen mit Hagel bahnten sich Muren mit großen Mengen an Geröll und Wildholz ihren Weg ins Tal. Die vorhandenen Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung konnten die Muren abbremsen und zu einem großen Teil die in die Niederungen abtransportierten Geröllmassen und das mitgeführte Wildholz zurückhalten. Allein in Salzburg und der Steiermark haben in den betroffenen Regionen die 36 größeren Becken ca. 800.000 m³ an Geschiebe und Wildholz zurückgehalten. Das entspricht der Lademenge von 80.000 LKW, die aneinandergereiht einen Konvoi von Wien bis Innsbruck bilden würden.

Durch die effektive Wirkung der Schutzmaßnahmen konnten noch größere Schäden im darunterliegenden Siedlungsgebiet verhindert werden.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) investiert pro Jahr rund 200 Millionen Euro in Wildbach-, Lawinen- und Hochwasserschutzmaßnahmen. Um Schäden zu beseitigen und dringend notwendige Schutzbauten zu errichten stehen Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung.

Österreichweit schützen ca. 250.000 Bauwerke der Wildbach- und Lawinenverbauung ca. 20 Prozent der Gebäude in Gefährdungsbereichen vor Hochwässern, Muren, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen - darunter Einfamilienhäuser, Bauernhöfe, Gewerbeobjekte und wichtige Infrastruktureinrichtungen. Bewährt hat sich auch wieder die Gefahrenzonenplanung. Wo bereits Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung errichtet wurden, sind in den meisten Fällen keine nennenswerten Schäden entstanden. Beispielsweise hat die Sperre am Aubach in Dorfgastein die Mure aufgefangen, während die Vermurung der Großarler Landesstraße vom unverbauten Schied-Bach verursacht wurde.

Die Sachverständigen der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie die Fachleute für Bachsicherung und -räumung waren das ganze Wochenende über im Einsatz. Mit der Räumung der Rückhaltebecken wurde unverzüglich nach den Ereignissen begonnen, so dass sie für weitere Murenabgänge wieder voll funktionstüchtig sind. Darüber hinaus wurde bereits mit Planungen zur Errichtung neuer Schutzinfrastruktur in besonders sensiblen Gebieten begonnen – beispielshaft am Schöttlbach (Oberwölz), Walchenbach (Öblarn), Katschbach (Schöder), Maierhofgraben (Dorfgastein) oder am Schiedbach (Großarl).

Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) als Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft steht für einen nachhaltigen Schutz vor Wildbächen, Lawinen und Erosion. 28 regional präsente Dienststellen betreuen dabei ca. 1500 Gemeinden in Österreich, um bestmöglich Schutz vor den mehr als 12.000 Wildbächen und nahezu 7000 Lawinen herzustellen.

Rasche und unbürokratische Hilfe für alle Betroffenen

Im Weißen Saal der Grazer Burg nahmen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer gemeinsam mit den Landesräten Johann Seitinger und Anton Lang sowie den Bundesministern Sebastian Kurz und Hans-Jörg Schelling, Landespolizeidirektor Gerald Ortner und Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern heute Mittag (7.8.2017) zu den Soforthilfe-Maßnahmen im Rahmen der Unwetter-Katastrophe, die sich in den vergangenen Tagen in der Obersteiermark ereignet hat, Stellung. Mit Murau, Murtal und Liezen sind drei Bezirke betroffen, in 16 Gemeinden wurde die Katastrophe ausgerufen. 

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der dieser Tage mehrfach selbst in die Krisengebiete der Obersteiermark gefahren ist, betonte: „Zu allererst möchte ich allen Helferinnen und Helfern, die oft Tag und Nacht im Einsatz waren, herzlich danken. Gemeinsam mit den Einsatzorganisationen kämpfen sie bis zum Umfallen und leisten fast Übermenschliches. Damit setzen sie berührendes Zeichen der Mitmenschlichkeit. Wir werden auch diese Unwetter-Katastrophe gemeinsam bewältigen. Ich habe mich bereits am Wochenende mit der Bundesregierung in Verbindung gesetzt und um Unterstützung ersucht. In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Bundesminister Sebastian Kurz und Finanzminister Hans-Jörg Schelling für die sofortige Zusage ihrer raschen, unbürokratischen Hilfe bedanken. Die Soforthilfe-Maßnahmen für die Betroffenen haben nun absolute Priorität.″

„Die verheerenden Unwetter der letzten Tage haben tausende Menschen betroffen. Aber dank der tausenden Helferinnen und Helfer war der Zusammenhalt der Steirerinnen und Steirer in diesen Stunden wieder ganz stark zu spüren. Ein großes Dankeschön an alle unsere Partner, an die Einsatzorganisationen, insbesondere die Feuerwehren und die Polizei. Wir dürfen aber nicht vergessen, in punkto Raumordnung noch besser die Lehren für die Zukunft zu ziehen und auch so schnell wie möglich noch mehr in Wildbach- und Lawinenverbauungen zu investieren. Wir erwarten da auch Hilfe vom Bund: für die Akutmaßnahmen, aber auch für notwendige Infrastruktur- und Schutzmaßnahmen", so Katastrophenschutzreferent LH-Stv. Michael Schickhofer.

Auch Bundesminister Sebastian Kurz, der mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bereits heute Früh zu einem Lokalaugenschein die Gemeinde Oberwölz besucht hatte, unterstrich: „Es ist dramatisch, was Wasser und Schlamm anrichten können. Allerdings ist es umso schöner zu sehen, wie stark Menschen in solchen Situationen zusammenrücken können und wie gut das Zusammenspiel funktioniert. Nur durch bestehende Vorsorgemaßnahmen des Hochwasserschutzes konnte vielerorts Schlimmeres abgewendet werden. Seitens der Bundesregierung haben wir uns umgehend zu schneller und unbürokratischer Hilfe für die Betroffenen bekannt und werden ein verlässlicher Partner sein.″

Finanzminister Hans-Jörg Schelling: „Wir haben alle notwendigen Unterstützungsmaßnahmen gesetzt, um klar zu machen, dass die von dieser Unwetter-Katastrophe Betroffenen nicht allein gelassen werden. Privatpersonen erhalten Soforthilfe aus dem Katastrophenfonds, weiters ist eine Ausweitung des kommunalen Finanzierungsprogramms angedacht.″

Externe Verknüpfung Hier finden Sie eine Auflistung der betroffenen Gemeinden sowie der derzeit gesperrten Straßen.

erschienen am: 2017-08-07 im europaticker

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