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Klima-Bündnis-Stadt zeigt Solidarität mit Gemeinden im Amazonasgebiet zum UN-Tag der indigenen Völker
Stadt Köln beschließt Klimapartnerschaft mit indigenen Völkern in Peru

Kurz vor dem internationalen Tag der indigenen Völker am 9. August beschloss der Kölner Stadtrat einstimmig, eine Klimapartnerschaft mit indigenen Völkern im peruanischen Amazonasgebiet einzugehen. In Kooperation mit dem Städtenetzwerk Klima-Bündnis wird die Stadt den Verband der indigenen Gemeinden des Ucayali und seiner Zuflüsse (FECONAU) unterstützen.

Die Partnerschaft soll Gemeinden der Shipibo-Conibo stärken und in ihrem Kampf gegen die Ausweitung von Palmölplantagen auf ihrem Territorium unterstützen. Trotz der rechtlichen Anerkennung ihrer Gebiete, behält sich der peruanische Staat ein Verfügungsrecht vor und vergibt Lizenzen für den Anbau von Monokulturen.

"Die indigene Bevölkerung sieht sich durch diese Maßnahmen nicht nur in ihren Rechten, sondern auch in ihrer Existenz gefährdet", so der Kölner Bürgermeister Andreas Wolter. Im Rahmen der Klima-Bündnis-Mitgliedschaft hat Wolter die Situation in Peru auf einer Delegationsreise im Frühjahr persönlich erlebt. Seine Erfahrungen dienten als Anregung für den Beschluss der Stadt.

"Das Beispiel der Stadt Köln sollte weitere Kommunen ermutigen eine Partnerschaft mit indigenen Völkern der Regenwälder einzugehen", kommentiert Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis, die Entscheidung in Köln. "Nur über den direkten Kontakt mit unseren indigenen Partnern erfahren wir in Europa mehr über die Folgen der Ressourcenübernutzung sowie die Auswirkungen des Klimawandels in Amazonien."

Große Monokulturen, wie Palmölplantagen, bedrohen die Lebensgrundlage vieler indigenen Völker wie die Shipibo-Conibo durch die Verschmutzung der Böden und des Wassers mit Pflanzenschutzmittel, den erschwerten Zugang zu traditionellen Nahrungsquellen sowie den Verlust von Waldflächen und Artenvielfalt. Die EU gehört zu den weltweit größten Importeuren von Palmöl, das vor allem als Treibstoff verwendet wird. Die Anbauflächen von Palmöl wurden in den letzten Jahren verstärkt ausgeweitet. Deren Expansion findet oft auf Urwaldflächen statt, was wiederum zum Ausstoß großer Mengen von Treibhausgasen führt. Die Klimapartnerschaft hat somit nicht nur eine politische und soziale Funktion, sondern ist auch Teil der Klimaschutzaktivitäten der Stadt Köln.

Repräsentanten der indigene Organisation FECONAU, wie viele indigene Völker des Amazonasbeckens, sehen sich als Teil der Lösung beim Kampf gegen den Klimawandel. Für Bürgermeister Andreas Wolter sei diese Tatsache genau das, was die Allianz so interessant macht: "Deshalb stärken wir die Indigenen bei ihrer kommunalen Daseinsvorsorge und tun damit aktiv etwas für den Klimaschutz." Er ist überzeugt, "Hier reden wir über eine kleine Geste mit großer Wirkung!"

erschienen am: 2017-08-08 im europaticker

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