europaticker:
Gesundheitsministerin Rendi-Wagner für EU-weite Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Eiern
Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt: Ursache der Fipronil-Belastung ist offensichtlich kriminelle Energie
Fipronil: Österreichische Produzenten und Eier bis dato nicht betroffen

Der Einsatz von Fipronil bei Geflügel ist in Österreich streng verboten. Auch als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft (z.B. Kartoffeln) ist das Mittel in Österreich nicht zugelassen.  Aufgrund der aktuellen Geschehnisse in Deutschland, Belgien und den Niederlanden rund um den Einsatz des verbotenen Mittels „Fipronil“ stehen die österreichischen Behörden in Kontakt mit den betroffenen Länder, um so rasch wie möglich auf neue Erkenntnisse reagieren zu können. So gab es auch bereits eine Telefonkonferenz des BMGF mit allen österreichischen Bundesländern, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) um das innerösterreichische Vorgehen zu koordinieren.

Am gestrigen Montag hat auch Deutschlands Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Telefongespräche mit seinem belgischen Amtskollegen Denis Ducarme, dem niederländischen Amtskollegen Martijn van Dam sowie mit EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis zu den Fipronil belasteten Eiern geführt. In einer Schaltkonferenz am Montagabend informierte Schmidt die Minister der Bundesländer über die Gespräche. Dazu erklärt Bundesminister Christian Schmidt: „Die Informationsweitergabe auf europäischer Ebene muss schneller und besser werden. Das habe ich gestern gegenüber meinen belgischen und niederländischen Kollegen unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Ich erwarte lückenlose Aufklärung und unverzügliche Informationsweitergabe. Beide Minister haben mir volle Transparenz und schnelle Informationen zugesichert. Wir haben uns verständigt, dass deutsche Verbindungsbeamte in die Behörden der Niederlande und Belgien entsandt werden, um den Informationsfluss zu gewährleisten.  

Auf meine Initiative hin haben Bund und Länder ein Programm zur intensiven Überwachung von Lebensmitteln mit hohem Eianteil vereinbart. Wir müssen lückenlos aufklären, wenn belastete Eier in Lebensmitteln verarbeitet worden sind. Auch wenn die gefundenen Werte sehr gering sind, Fipronil hat nichts in Lebensmitteln zu suchen. Die Verbraucher müssen sich auf die Sicherheit von Lebensmitteln verlassen können.

Ursache der Fipronil-Belastung ist offensichtlich kriminelle Energie. Ich begrüße es, dass die Staatsanwaltschaften in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland Ermittlungen aufgenommen haben. Die Umstände, die zur Verunreinigung geführt haben, müssen lückenlos aufgeklärt werden. Die Verursacher sind mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen.“

Bis dato gibt es keine Anzeichen, dass österreichische Geflügelbetriebe von der Thematik betroffen sind. Im heimischen Lebensmitteleinzelhandel sind fast ausschließlich österreichische Frischeier erhältlich. Wenn in Österreich Konsumentinnen und Konsumenten österreichische Eier im Supermarkt kaufen, besteht laut aktuellen Erhebungen der Behörden und Untersuchungen der AGES keine Gefahr. 

Im Auftrag des Gesundheitsministeriums werden derzeit dennoch vorsorglich alle Eier in Österreich, die zur Untersuchung an die AGES gelangen, auf das verbotene Mittel „Fipronil“ untersucht. Weiters wurde auch im Rahmen der Telefonkonferenz mit den zuständigen Leitern der Lebensmittelaufsicht in den Bundesländern vereinbart, dass Betriebe, die möglicherweise Eier aus dem Ausland beziehen (Eipackstellen, Ei-Aufschlagwerke etc.), kontrolliert werden.

Wo aufgrund der Warenströme Hinweise auf Eier aus Deutschland, Belgien oder den Niederlanden vorliegen, werden umgehend Proben gezogen und untersucht. „Wir wollen sichergehen, dass keine Produkte mit diesem Mittel in Österreich in den Handel kommen und Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger haben“, so Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner.  

Mehr Transparenz durch Herkunftsbezeichnungen 

Gute und konstruktive Gespräche des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen gab es auch bereits mit der Wirtschaftskammer, um auch dort die Aufmerksamkeit für dieses sensible Thema zu erhöhen. „Diese Thematik zeigt einmal mehr, dass es hier auch auf EU-Ebene weiter Verbesserungen braucht“, so die Ministerin. Rendi-Wagner spricht sich für eine bessere Kennzeichnung der Herkunft von Eiern aus.

Während eine Rückverfolgbarkeit bei Eiern in der Schale möglich ist, ist bei eihaltigen verarbeiteten Produkten, die nach Österreich gebracht werden nicht nachvollziehbar, aus welchem Land die darin verarbeiteten Eier stammen. „Eine EU-weite Kennzeichnung der Herkunft von Eiern in verarbeiten Produkten würde auch den Behörden helfen, schneller auf Missstände reagieren zu können und die Nachverfolgbarkeit erleichtern. Abgesehen davon würde dadurch die Transparenz für unsere Konsumentinnen und Konsumenten erhöht werden“, erklärt Rendi-Wagner.

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für eine erfolgreiche und effiziente Vollzugsarbeit

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erschienen am: 2017-08-09 im europaticker

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