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AvD: Diskussion um Nachrüstung muss konstruktiv geführt werden
FIA-Studie zu Verkehrseinnahmen belegt, dass Autofahrer zu viel zahlen
AvD: Vertrauen der Autofahrer stärken

In der Debatte zur Zukunft des Diesels als Antrieb für Kraftfahrzeuge hat der sogenannte Dieselgipfel erste konkrete Vorschläge gemacht. In Fortführung der dort angestoßenen Diskussion werden jetzt von Fachleuten ausgearbeitete Konzepte vorgelegt. Der Automobilclub von Deutschland e. V. (AvD) sieht in solchen Anregungen einen konstruktiven Umgang mit den zutage getretenen Problemen, mahnt aber an, die Kraftfahrer nicht weiter mit Kosten zu belasten.
So sieht beispielsweise das Konzept des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen vor, genehmigte Hardware-Nachrüstungen mit SCR-Katalysatoren vom Bundesfinanzministerium mit 2.000,- Euro bezuschussen zu lassen. Die Gegenfinanzierung des Vorhabens soll durch einen Wegfall der niedrigeren Besteuerung des Dieselkraftstoffs sowie eine Angleichung der Kfz-Steuersätze von Diesel- an Benzinmotoren erfolgen.

Der AvD sieht in den Nachrüstungen einen zielführenden Beitrag für eine Verbesserung der Luftqualität in den Städten. Der Club wendet sich aber gegen die damit verbundene zusätzliche Belastung der Autofahrer: Sie zahlen in Deutschland heute schon jährlich über 50 Milliarden Euro Verkehrsabgaben an den Staat, während von dort lediglich etwa sieben Milliarden Euro in die Infrastruktur zurückfließen.

Nach einer kürzlich vorgelegten Studie der Fédération Internationale de lAutomobile (FIA), dem Dachverband der Automobilclubs, ist dies als Tatsache überall in Europa festzustellen: 2013 wurden insgesamt 286,3 Milliarden Euro aus auf den Bereich Verkehr bezogenen Abgaben und Steuern von europäischen Staaten eingenommen, von denen lediglich 178,4 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum in die Straßennetze zurückflossen. Das ergibt ein Einnahmeplus von 107,9 Milliarden Euro. Von den Einnahmen stammen 71 Prozent von Pkw-Fahrern, was einem Beitrag von rund 203 Milliarden Euro entspricht.

AvD Generalsekretär Matthias Braun: "Kraftfahrer zahlen bereits heute nahezu das Doppelte an Benzin- und Kfz-Steuer an den Staat als für sie wieder investiert wird. Auch haben sie in gutem Glauben Fahrzeuge gekauft, welche die zum Zeitpunkt der Erstzulassung geltenden Normen einhielten. Sie dürfen nicht für Fehlverhalten anderer sowie für nachträglich verschärfte Grenzwerte haftbar gemacht werden. Weitere Erhöhungen der Belastungen für Autofahrer sind deshalb nicht gerechtfertigt."

Der AvD fordert daher für die Kraftfahrer Vertrauensschutz und großzügig bemessene Übergangszeiten. Die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie darf nicht in Frage gestellt werden, und das Autoland Deutschland muss auch zukünftig zweifelsfrei für das Vertrauen in die Produktqualität sorgen.

Hier finden Sie Informationen zur Studie der FIA: bit.ly/2vcgnjV

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erschienen am: 2017-08-09 im europaticker

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