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Das Entsorgungs-Unternehmen hat seinen Sitz im Areal A des Chemieparks
Feuer im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen gelöscht

Nach dem Großbrand im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen waren die Einsatzkräfte am Mittwochvormittag noch immer vor Ort. Das Feuer auf dem Gelände einer Entsorgungs-Firma war zwar unter Kontrolle, doch unter dem eingestürzten Dach befanden sich noch Glutnester. Am Vormittag wurde mit schwerer Technik die herabgestürzten Dachteile auseinandergezogen, um so an diese Brandnester heranzukommen. Zuletzt waren noch 40 Feuerwehrkräfte im Einsatz.

Der Brand war am späten Dienstagnachmittag außerhalb des Gebäudes des Unternehmens ausgebrochen – warum, ist noch unklar. Nach Angaben der Stadt griffen die Flammen auf das Dach einer Halle über. Später stürzte das Dach der 4.000 Quadratmeter großen Halle ein. Verletzt wurde niemand. Insgesamt waren rund 140 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen zu löschen, darunter auch Kameraden der ansässigen Werksfeuerwehr.

Die Qualmwolke des Feuers war kilometerweit zu sehen. Erste Messungen ergaben jedoch keine Schadstoffe in der Luft. Dennoch wurden Anwohner in Thalheim, Wolfen und Bobbau aufgefordert, Türen und Fester geschlossen zu halten. Das Entsorgungs-Unternehmen hat seinen Sitz im Areal A des Chemieparks in Wolfen und nicht im größten Komplex des Areals in Bitterfeld. Was genau in der Halle gelagert wurde ist bislang nicht bekannt. Die Firma entsorgt unter anderem auch Abfälle aus dem Chemiepark.

Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen hat eine Gesamtfläche von ca. 1.200 ha. Im Chemiepark mit seinen fünf offen zugänglichen Arealen (A bis E) sind mehr als 300 Firmen angesiedelt, die ca. 12.000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen in der Stadt Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) ist der älteste Chemiepark Deutschlands und einer der größten in Europa.

Nach der politischen Wende in der DDR wurden das ehemalige Kombinat VEB Chemiekombinat Bitterfeld (CKB) und das Fotochemische Kombinat (FCK) mit Sitz in Wolfen aufgelöst und die Stammbetriebe in Bitterfeld und Wolfen in Aktiengesellschaften umgewandelt. In Bitterfeld entstand die Chemie AG Bitterfeld und in Wolfen die Filmfabrik Wolfen AG. In Zusammenarbeit mit der Treuhandanstalt, dem alleinigen Gesellschafter, wurden die Produktionsanlagen und Werkstätten auf Sanierungsfähigkeit geprüft und geeignete für eine Privatisierung vorbereitet. Es kam zu Ausgründungen und Neuansiedlungen (Bayer, Heraeus, Aussimont, Sidra-Wasserchemie, ORWO Net, Folienwerk Wolfen, Organica Feinchemie, u. a.). Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Eigentümer wurde erstmals das Modell eines Chemieparks (Chemiepark-Modell) entwickelt.

Unternehmen von verschiedenen Kontinenten (Europa, USA, Asien) haben den Chemiepark Bitterfeld-Wolfen als idealen Standort erkannt und hier investiert. Etwa 12 % der vorbereiteten Flächen gelten als frei und stehen Investoren zur Verfügung. Die im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen hergestellten Hauptprodukte sind: Chlor, Natronlauge, Wasserstoff, Salzsäure, Phosphorsäure, Eisen-III-Chlorid, Farbstoffe, Feinchemikalien und Spezialchemikalien, Ionenaustauscher, Lackharze, Methylcellulose, hochreines Quarzglas, Katalysatoren, Pharmaka, polykristallines Silizium, Spezialfolien und fotografische Schwarzweißfilme.

erschienen am: 2017-08-09 im europaticker

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