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Responsible Care-Preis der chemischen Industrie in Baden-Württemberg vergeben
Responsible Care Preis 2017: Kreislaufwirtschaft optimiert

Für ihre herausragenden Erfolge auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft erhielt das Unternehmen DSM Nutritional Products aus Grenzach den diesjährigen Responsible Care-Preis der chemischen Industrie in Baden-Württemberg. Der Vitaminhersteller am Hochrhein hatte durch die Umstellung von Pulverkohle auf wiederverwendbares Aktivkohlen-Granulat in der Produktion allein die Abfallmenge um fast 300 Tonnen pro Jahr reduziert. Das Unternehmen wurde von Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI), ausgezeichnet. Er sagte dazu: "Die Kreislaufwirtschaft ist eines der wichtigen Projekte der Europäischen Union für die Wirtschafts- und Umweltpolitik. Unsere Unternehmen sind hier bereits jetzt sehr engagiert - und, das zeigt dieser Wettbewerb, ganz vorne dabei. Das Beispiel zeigt aber auch, dass staatliche Regulierungen in vielen Fällen überflüssig und kontraproduktiv sind."

Am baden-württembergischen Responsible Care-Wettbewerb konnten sich die 310 Mitgliedsunternehmen des VCI im Land beteiligen. Die Jury bestand aus dem Wissenschaftsjournalisten und TV-Moderator Ingolf Baur, dem Ministerialdirigenten Martin Eggstein, Abteilungsleiter im Umweltministerium Baden-Württemberg, und Jürgen Lochner, Vorstandsmitglied des VCI Baden-Württemberg.

Was ist Responsible Care?

Die Initiative Responsible Care steht für die ständige Verbesserung von Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Sicherheit in den Unternehmen der chemischen Industrie - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Responsible Care bietet Management-Werkzeuge, Good-Practice-Beispiele, Informationen und Empfehlungen zu Themen wie Umweltschutz, Produktverantwortung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie Transportsicherheit. Auch den Dialog zu diesen Themen umfasst die Initiative. Responsible Care ist fester Bestandteil von "Chemie hoch 3" (http://www.chemiehoch3.de).

Das ausgezeichnete Projekt im Detail:

Im Rahmen der Herstellung von Vitamin B1 wird in einer Zwischenstufe eine Produktlösung entfärbt. Das geschah in der Vergangenheit mit pulverisierter Aktivkohle. Diese Filterkohle konnte nur einmal verwendet werden, sie endete im Klärschlamm der werkseigenen Abwasserreinigungsanlage.

Durch den Einsatz von Aktivkohlegranulat ergeben sich zahlreiche Vorteile:

- Die Granulatkohle kann dauerhaft eingesetzt werden. Bei Bedarf wird sie mehrfach reaktiviert, ist sie verbraucht, werden Reste als Ersatzbrennstoff thermisch verwendet.
- Der Aktivkohleverbrauch wird absolut von 200 auf 12 Tonnen pro Jahr gesenkt.
- Der Aktivkohleabfall reduziert sich ebenfalls um 200 Tonnen pro Jahr.
- Zudem werden Filterhilfsmittel eingespart. Dies reduziert die Abfallmenge um weitere 90 Tonnen pro Jahr.
- Insgesamt werden so fast 300 Tonnen Abfälle jedes Jahr eingespart.

Hintergrund - die Chemie-Verbände Baden-Württemberg

Unter dem Dach der Chemie-Verbände Baden-Württemberg arbeiten mehrere Verbände mit Sitz in Baden-Baden zusammen. Es handelt sich dabei um
● den tarif- und sozialpolitisch tätigen Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V. (agvChemie)
● den wirtschaftspolitischen Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Baden-Württemberg (VCI).
Der VCI hat in Baden-Württemberg zwei eigenständige Fachverbände:
● den Landesverband Baden-Württemberg des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), und
● die Bezirksgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL).

In diesen Verbänden sind derzeit insgesamt 444 Mitgliedsunternehmen mit 107.000 Beschäftigten organisiert. Der Jahresumsatz betrug 2016 ca. 38,1 Milliarden Euro. Die größten Teilbranchen sind Pharma (35 Prozent), Lacke, Farben und Bautenschutz (12 Prozent) sowie Körperpflege und Waschmittel (9 Prozent). Derzeit bilden die Unternehmen etwa 3.500 Jugendliche aus.

 

erschienen am: 2017-08-12 im europaticker

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