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Schweiz: Autohersteller nutzen Übergangsfrist
Dieselskandal: Das Problem ist in drei Wochen nicht gelöst

Strengere Abgastests gemäss «Euro 6 d-TEMP» gelten nur für neu typengeprüfte Modelle, nicht aber für alle anderen Neuwagen. Aktuell erfüllt ein einziges Modell die strengere Norm.

Heute wurde in einigen Medien (Berner Zeitung; Der Landbote) gemeldet, dass bereits per 1. September, also in drei Wochen, europaweit ein viel strengeres Abgasprüfungsverfahren für neue Fahrzeugmodelle eingeführt wird. Aus dem Artikel könnte geschlossen werden, dass damit das Stickoxid-Problem für alle neu in Verkehr gesetzten Diesel-Personenwagen gelöst sei. Dem ist leider nicht so:

Ab 1. September 2017 muss die neue Abgasnorm «Euro 6 d-TEMP» lediglich von Diesel-Modellen, die eine neue europäische Zulassung anstreben, erfüllt werden: Also nur von Modellen, die neu auf den Markt gebracht werden. Diesel-Modelle, die bereits vor dem 1. September eine europäische Typengenehmigung hatten, dürfen weiterhin verkauft werden. Erst ab dem 1. September 2019 müssen sämtliche Neuwagen, die in der Schweiz verkauft und immatrikuliert werden, die neue Norm erfüllen. Bis heute ist erst ein Modell erhältlich, das «Euro 6 d-TEMP» erfüllt.

Autohersteller nutzen Übergangsfrist

Die «Euro 6 d-TEMP»-Norm wurde im Februar 2016 beschlossen. Seither ist klar, dass sie ab dem 1. September 2017 mit einer zweijährigen Übergangsfrist eingeführt wird. Seit 2016 hat die Autoindustrie diverse neue Dieselmodelle typengeprüft und auf den Markt gebracht. Diese Modelle müssen die ab 1. September 2017 geltende Norm für neue Typengenehmigungen nicht erfüllen und die Autohersteller können die zweijährige Übergangsfrist voll ausnützen. Es ist noch nicht absehbar, wann weitere Diesel-Modelle auf den Markt kommen werden, welche die neue Abgasnorm «Euro 6 d-TEMP» erfüllen.
Die Einführung der Abgasnorm «Euro 6 d-TEMP» ist in der EU-Verordnung 2016/646 geregelt.

erschienen am: 2017-08-14 im europaticker

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