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15 Unternehmen arbeiten an einer Antwort
Was ist nachhaltige Abfallwirtschaft?

Viele reden über Nachhaltigkeit, manche veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte. Was nachhaltige Abfallwirtschaft eigentlich bedeutet, wird in einem Projekt unter Leitung von N³ Nachhaltigkeitsberatung Dr. Friege & Partner an drei Wertschöpfungsketten untersucht. Partner im Projekt sind 12 Mittelständler, ein Kommunalunternehmen, ein Sozialbetrieb und eine Organisation mit Aufgaben im Rahmen der Herstellerverantwortung, alle aus der Entsorgungsbranche. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell unterstützt.

Die Abfall- und Recyclingwirtschaft steht vor wichtigen Herausforderungen. Zum einen arbeitet die EU an neuen anspruchsvollen Anforderungen an die Verwertung. Auch ist davon die Rede, die Produktverantwortung auszudehnen und dafür einen neuen Rahmen zu erlassen. Die UN haben mit der neuen Agenda 2030 die „Sustainable Development Goals“ (SDG) formuliert, darunter SDG 12 mit acht „targets“ auch zur Abfallwirtschaft, die zu Ansätzen über die bisherigen Abkommen („Basel“,…) hinaus führen werden. Die Nachhaltigkeits-Agenda der UN wird derzeit in nationale Zielkataloge umgesetzt. Projektleiter Henning Friege dazu: „Völlig offen ist bisher, wie eigentlich „nachhaltige Abfallwirtschaft“ definiert wird. Diese Antwort kann die Politik nicht geben. Wir wollen Antworten in Kooperation von Wissenschaft und Mittelstand erarbeiten.“

Drei Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts

  1. Was bedeutet nachhaltige Abfallwirtschaft heute und in naher Zukunft?
  2. Wie werden sich die Rahmenbedingungen für die Abfallwirtschaft ändern, u.a. durch Digitalisierung?
  3. Welche neuen Geschäftsmodelle können Unternehmen daraus ableiten?

Bisherige Überlegungen beschäftigten sich meist nur mit einzelnen Stufen von Wertschöpfungsketten. Was Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette bedeutet, ist schon wegen der großen Zahl beteiligter Akteure deutlich schwerer zu erfassen. Dabei müssen Änderungen der Rahmenbedingungen wie neue Regelwerke (z.B. „Mantel-Verordnung“) oder die Digitalisierung der Wirtschaft („Abfallwirtschaft 4.0“) beachtet werden, um nachhaltiges Handeln und erkennbare Hindernisse für heute und morgen beschreiben zu können.

Das Projekt führt entlang von Wertschöpfungsketten Unternehmen zusammen, die einzelne Wertschöpfungsstufen bearbeiten, aber nicht miteinander im Wettbewerb stehen. Folgende Wertschöpfungsketten sollen beispielhaft betrachtet und Regeln für nachhaltiges Handeln erarbeitet werden:

Das Projekt „Nachhaltige Abfallwirtschaft“ setzt auf den Dialog von Praktikern untereinander und mit Wissenschaftlern, die das Handeln in der Branche aus eigener Erfahrung kennen.

Die Beteiligten können neben und mit der Lösung der angesprochenen Probleme ihren Blick für Zukunftsperspektiven und mögliche neue Märkte schärfen, aber auch Lösungen für Herausforderungen durch die Digitalisierung erarbeiten. Wichtig ist dabei zunächst, das Denken anderer Unternehmen in den Wertschöpfungsketten kennenzulernen.

In dem Projekt arbeiten N³ Nachhaltigkeitsberatung Dr. Friege & Partner (Voerde) als federführendes Unternehmen mit uve (Berlin) und der Akademie Dr. Obladen (Alpen und Berlin) zusammen. N³ bringt Know-how zu den Themen Abfallwirtschaft, Stoffstrommanagement und nachhaltige Unternehmensführung mit. Henning Friege ist u.a. Honorarprofessor für Nachhaltigkeitswissenschaften an der Universität Lüneburg. Dr. Michael Meetz (uve) hat umfangreiche Erfahrungen auf dem Sektor mineralische Abfälle und war zuletzt an dem Ausschreibungs-Leitfaden für Abbruch und Baustoffrecycling des Landes Brandenburg beteiligt. Akademie Dr. Obladen organisiert, plant und gestaltet Veranstaltungen, vor allem in der Abfallwirtschaft.

Ein Beirat von unabhängigen Expert(inn)en begleitet das Projekt.

Die operative Arbeit begann vor wenigen Wochen mit einem Workshop. Die Projektgruppe wird die Diskussion mit der Fachöffentlichkeit suchen; angedacht ist eine Diskussionsgruppe in XING. Das Projekt endet mit einer Fachkonferenz im Jahr 2019, in der das Projektteam Leitfäden basierend auf Ergebnissen der Teilprojekte präsentieren, und die Unternehmen ihre Folgerungen aus dem Projekt vorstellen können. Weitere Informationen finden sich auf den Webseiten von N³ (www.-N-hoch-drei.de) und der DBU (www.dbu.de).

Verantwortlich: Dr. Henning Friege (N³ Nachhaltigkeitsberatung Dr. Friege & Partner, Scholtenbusch 11, 46562 Voerde); E-Mail: Friege@N-hoch-drei.de; Tel.: 02855-3037311

erschienen am: 2017-08-15 im europaticker

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