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Erkundungsarbeiten erfolgen unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen
Maßnahme wird rund zwei Monate in Anspruch nehmen
Goslar Morgenstern: Bei Abdichtung der Hausmülldeponie zwei Giftfässer gefunden

Im Verlauf der kommenden Woche werden auf dem Gelände des Gesamtstandortes Morgenstern die Erkundungsarbeiten im Fundbereich der Mitte Juni entdeckten Giftfässer beginnen. Dies hat die „Projektgruppe Morgenstern“ in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Die Grube Morgenstern ist ein stillgelegtes, kleineres Eisenerzbergwerk an der Ostflanke des südlichen Salzgitter-Höhenzuges. Die Bergwerksanlagen befanden sich unmittelbar an der Straße vom Goslarer Stadtteil Hahndorf nach Klein Döhren, Gemeinde Liebenburg im Landkreis Goslar (Niedersachsen) in der Nähe der sogenannten Ohlei. Die zuletzt durch die Barbara Erzbergbau AG betriebene Grube baute zwischen 1938 und 1963 eine Trümmererzlagerstätte der Unterkreide im Tage- und Tiefbau ab und gehörte zum Peine-Salzgitter-Revier. Nach der Stilllegung diente der ehemalige Tagebau der Grube einige Jahre als Hausmüll- und Bauschuttdeponie.

Mitte Juni stießen Bauarbeiter im Zusammenhang mit den aktuell laufenden Maßnahmen zur Abdichtung der Hausmülldeponie am Gesamtstandort Morgenstern auf Giftfässer. Umgehend durchgeführte Untersuchungen haben den Verdacht bestätigt, dass es sich bei den aufgefundenen Fässern um kontaminiertes Material der Altlast Florentz handelt. Die Konzentration der Schadstoffe wurde als gering eingestuft. Nichtsdestotrotz will sich das Deponiemanagement des Landkreises Goslar – vor allem auch aus Gründen der präventiven Gefahrenabwehr – ein umfassendes Bild des Fundortes machen. Die nun angestoßenen Erkundungsarbeiten haben keinen Einfluss auf den Fortgang der laufenden Arbeiten zur Abdichtung der Hausmülldeponie.

Mit den Erkundungen soll geklärt werden, ob es sich bei dem Fässerfund um einen Einzelfall handelte oder ob noch weitere Fässer am Rande der Deponie lagern. In diesem Zusammenhang soll auch untersucht werden, ob die Fässer oberhalb oder unterhalb der mineralischen Basisabdichtung der Deponie abgelagert wurden. Insgesamt sollen neun so genannte Suchschachtungen in Richtung der Deponie vorgenommen werden, um in der Folge ein umfassendes und verlässliches Bild von der Situation vor Ort zu erhalten.

Die Arbeiten werden von einer Fachfirma unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt und rund zwei Monate in Anspruch nehmen. Eine erste Kostenaufstellung geht von Aufwendungen in Höhe von rund 77.000 Euro aus.

In einem weiteren Schritt – über dessen Durchführung noch kein Beschluss gefasst wurde – ist die Untersuchung des ebenfalls vor kurzem entdeckten Stollens (Erzbremsstollen) östlich der Schachthalle geplant. Hier sollen die Schaffung eines Stollenzugangs und die anschließende Erkundung im Mittelpunkt stehen. Einer Entscheidung über die Durchführung dieser Maßnahme stehen zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch notwendige Beratungs- und Planungsarbeiten entgegen.

erschienen am: 2017-08-15 im europaticker

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