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Förderbescheid für den Abwasserverband Bickenbach-Seeheim-Jugenheim zum Aufbau
einer vierten Reinigungsstufe
Beseitigung von Spurenstoffen im Hessischen Ried

„Die nachhaltige Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit sauberem Wasser sicherzustellen, ist mir ein wichtiges Anliegen. Daher freue mich, dass heute der Startschuss für ein Pilotprojekt gegeben werden kann, mit dem erstmals in Hessen ein innovatives Reinigungsverfahren zur vorsorglichen Beseitigung von Spurenstoffen aus dem Abwasser begonnen werden soll“, kommentierte Umweltministerin Hinz die heutige Übergabe eines Förderbescheids an den Abwasserverband Bickenbach-Seeheim-Jugenheim durch Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid. Der Bewilligungsbescheid des Landes über 2,7 Millionen Euro ermöglicht den zum Bau einer Vierten Reinigungsstufe auf der Verbandskläranlage Bickenbach. Damit finanziert das Land Hessen aus Steuermittel 55 Prozent der förderfähigen Kosten.

„Um Erfahrungen für künftige Investitionen zur weitergehenden Abwasserreinigung zu gewinnen, soll das innovative Verfahren in einem Pilotvorhaben erprobt und Erfahrungen bei der Konzeption und Ausführung gewonnen worden“, sagte die Umweltministerin weiter. Das Land fördert daher in zwei Fällen – neben Bickenbach auch Büttelborn – mit dem Bau einer vierten Reinigungsstufe an Kläranlagen im Hessischen Ried wichtige Maßnahmen zum vorsorgenden Gewässerschutz.

„Trotz aller Erfolge bei der Reinigung des Abwassers werden noch problematische Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Pflanzenschutzmittel oder Industrie- und Haushaltschemikalien in die Gewässer eingetragen“, sagte Hinz. „Auch wenn die bislang nachgewiesenen Konzentrationen zu keiner Besorgnis im Trinkwasser geführt haben, so sind diese Stoffe doch unerwünscht und sollen aus Vorsorgegründen minimiert werden. Hier setzt dir vierte Reinigungsstufe an.“

Hintergrund Trinkwasserversorgung im Hessischen Ried

Das Hessische Ried ist besonders sensibel, da die die Oberflächengewässer bis zu 80 bis 100 Prozent durch Kläranlageneinleitungen gespeist und 50 bis 60 Prozent des Trinkwassers für den Ballungsraum Rhein-Main hier gewonnen werden. Gleichzeitig gelangen im Hessischen Ried aufgrund der geologischen Bedingungen die Oberflächengewässer in Teilbereichen durch Infiltration in das Grundwasser.

Die Hessische Landesregierung lässt derzeit eine Spurenstoffstrategie für das Hessische Ried bis Ende 2017 entwickeln. Die Strategie soll in Anlehnung an die „Empfehlungen des Stakeholder-Dialogs zu einer Spurenstoffstrategie des Bundes“ erarbeitet werden, mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen zur Vermeidung und zur Verminderung der Einträge von relevanten Spurenstoffen in die Oberflächengewässer und das Grundwasser im Ried vorzulegen. Hierbei sollen neben der teuren nachgeschalteten Abwasserbehandlung vor allem auch Maßnahmen an der Quelle und der Anwendung der relevanten Stoffe betrachtet werden.


erschienen am: 2017-08-16 im europaticker

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