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Hinz: Nach meiner Auffassung ist mit einer Verringerung des Tierbestandes und zusätzlichem
Auslauf kurzfristig eine Verbesserung des Tierschutzes erreichbar
Hengstzucht in Dillenburg: Schließung des Landgestütes abgewendet

„Der Tierschutz im Landgestüt hat oberste Priorität. Wir haben daher uns entschlossen, kurzfristig mehr Auslauf für die Pferde im Landgestüt zu schaffen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz Freitag (18.08.2017) in Wiesbaden. Für Stuten und Wallache, die im Unterschied zu den Hengsten auch in Gruppen gehalten werden können, ergibt sich die Möglichkeit eines zusätzlichen Auslaufs auf Teilen des Paradeplatzes zum Beispiel mit Hilfe von mobilen Zäunen. Daher und auch, weil die Hengstzucht aus Dillenburg seit Jahren an Bedeutung verliert, hat sich das Land entschlossen die Hengsthaltung im Landgestüt aufzugeben. Damit kann künftig der  Reit- und Fahrbetrieb aufrecht erhalten bleiben“, so die Ministerin weiter.

Das Landgestüt Dillenburg wurde 1869 als Preußisches Hessen-Nassauisches Landgestüt, nach Zusammenlegung der Landgestüte Weilburg, Kassel und Korbach, gegründet. Die Veranstaltungen locken jährlich tausende Gäste in die Stadt. Die Arbeit an der Landesreit- und Fahrschule und als Ausbildungsbetrieb im Beruf Pferdewirt hat vielfältige positive Wirkung. Der Umgang mit dem Pferd fördert die charakterliche und soziale Entwicklung – nicht nur von Kindern und Jugendlichen.

Seit Jahrtausenden sind Pferde im höchsten Maße an der Entwicklung des Menschen und dem kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt beteiligt. Schon deshalb gilt es, dieses Erbe zu bewahren. Die kulturhistorische Gestütanlage ist stadtbildprägend und bewahrt eine jahrhundertelange Tradition und den Flair einer vergangenen Zeit.

„Die von der Stadt vorgelegten Gutachten haben festgestellt, dass die Haltungsbedingungen der Pferde in Dillenburg in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert wurden, aber in Bezug auf die notwendige freie Bewegung der Pferde ein Handlungs- und Verbesserungsbedarf besteht. Dies untermauert die fachliche Einschätzung des Hessischen Umweltministeriums und zeigt, wie wichtig es ist, die Diskussion um das Thema Tierwohl im Landgestüt angestoßen zu haben“, so Hinz weiter.

Die Gutachten beschreiben verschiedene Möglichkeiten, wie ein besseres Bewegungsangebot für die Pferde in Dillenburg geschaffen werden könnte. Konkrete Vorschläge für mehr Auslauf oder eine Koppel sind in den Gutachten enthalten. Nun ist eine umfassende  Beurteilung der verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit und der Kosten vor dem Hintergrund der örtlichen Besonderheiten vorzunehmen. Insbesondere sind die Aspekte der Einhaltung der baurechtlichen Vorgaben, die Anforderungen des Denkmalschutzes sowie Immissionsschutz und Sicherheitsaspekte von Relevanz.

„Die Stadt Dillenburg freut sich über den Erhalt des Landgestütes“, so Bürgermeister Michael Lotz. Damit stimmte der Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel überein und wies noch einmal auf die Bedeutung des Erhalts der Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin und bot dem Land die Zusammenarbeit der städtischen Gremien bei den kommenden Prüfungen und der zeitnahen Realisierung der nun notwendigen Schritte an.

Auch die Fraktionsspitzen der mitgereisten Dillenburger Parteien und Wählergruppierungen zeigten sich über den Verlauf des Gesprächs erfreut. Wolfgang Nickel (CDU), Wilhelm Werner (SPD), Michael Schlingensiepen (FDP) und Otto Nickel (Bürger für Dillenburg) waren sich einig in der Einschätzung damit einen wichtigen Schritt zum Erhalt dieser jahrhundertealten Kultureinrichtung getan zu haben. Dem schließt sich auch die Fraktion Bündnis90/Die Grünen an.

„Es war und ist mein Anliegen, gemeinsam mit der Stadt zu einer Lösung im gegenseitigen Einvernehmen  zu kommen“, betonte die Ministerin. „Dies ist jetzt möglich. Vor diesem Hintergrund hoffe ich, dass die Stadt Dillenburg, der Pferdesportverband, der Förderverein und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen auch selbst viel dazu beitragen, das Gestütsgelände als touristische Attraktion zu beleben“, so Hinz abschließend.

erschienen am: 2017-08-19 im europaticker

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