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LR Johannes Rauch zum VN-Stammtisch „Kiesabbau an der Kanisfluh
Vorarlberg: Kanisfluh unter Naturschutz zu stellen ist durchaus vorstellbar

Die im Rahmen des VN-Stammtisches am Mittwoch (16. August) zum Thema „Kiesabbau an der Kanisfluh“ vorgebrachte Idee, doch den gesamten Kanisfluh-Stock unter Naturschutz zu stellen, findet Umweltlandesrat Johannes Rauch „mehr als unterstützenswert“. Gut 500 Besucher kamen nach Schnepfau, um die Diskussion zum geplanten Kiesabbau am Fuß der Kanisfluh zu verfolgen. Aufgrund des großen Interesses wurde der VN-Stammtisch kurzerhand nach draußen verlegt.

Unterschriftenaktion, Mahnfeuer, Kunstausstellung – der geplante Kiesabbau am Fuße der Kanisfluh stößt auf teils heftige Gegenwehr. Auf Antrag des Vorarlberger Naturschutzbundes hat sich zuletzt auch der Umweltschutzbeirat „gegen landschaftszerstörende Eingriffe“ ausgesprochen. Beim VN-Stammtisch wurden die Pläne aus Sicht der Betreiberfirma Rüf, der Standortgemeinde Schnepfau, der Bürgerinitiative und der Landesregierung beleuchtet, Fragen beantwortet und Wortmeldungen aus dem Publikum diskutiert.

Die Kanisfluh ist ein weitgehend isoliert stehendes Bergmassiv im zentralen Bregenzerwaldgebirge (Österreich) zwischen den Orten Mellau und Au. Die sagenumwobene Kanisfluh gilt als bekanntester Berg und Wahrzeichen des Bregenzerwalds. Die Kanisfluh ist ein typischer Kalkstock, sie gehört aber nicht zum Deckensystem der Nördlichen Kalkalpen, sondern bildet sich aus Jurakalk des Helvetikums, der mit dem schweizerisch-französischen Juragebirge näher verwandt ist als mit dem Wetterstein- oder Dachsteinkalk der Ostalpen.

Die Landesregierung kann auf Grundlage des Vorarlberger Naturschutzgesetzes durch Verordnung (Paragraf 26) Vorschriften über den Schutz bestimmter, genau abgegrenzter Gebiete erlassen, wenn ein besonderer Schutz der Natur im öffentlichen Interesse liegt.

Voraussetzungen, die dafür notwendig sind: das Gebiet muss beispielsweise von „besonderer landschaftlicher Schönheit, Eigenart oder für die Erholung der Bevölkerung besondere Bedeutung sein“ oder  „einen in seiner Art im Land seltenen Natur- oder Landschaftsraum“ darstellen.

„Dass vor allem die vom Tourismus lebenden Gemeinden rund um die Kanisfluh ein besonderes Interesse daran haben, dass das gesamte Gebiet in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt, liegt auf der Hand. Insofern begrüße ich den Vorschlag des Schnepfauer Bürgermeisters, die Kanisfluh unter Naturschutz zu stellen. Wenn dieser Vorschlag auch die Unterstützung weiterer Gemeinden erfährt, steht aus meiner Sicht der Einleitung eines Verfahrens zur Unterschutzstellung nichts im Wege,“ betont Rauch. Er werde veranlassen, dass von Seiten der Umweltabteilung genau geprüft wird, ob die Voraussetzungen für eine „Schutzgebietsverordnung Kanisfluh“ nach dem Gesetz für Naturschutz und Landschaftsentwicklung vorlägen.

„Die weitere Vorgangsweise wird sodann zwischen Landesregierung und betroffenen Gemeinden zu beraten sein,“ so der Umweltlandesrat abschließend.

erschienen am: 2017-08-20 im europaticker

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