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Ein Coffee to go tut manchmal gut, Einwegbecher verursachen aber riesige Abfallberge, verschlingen Ressourcen und sind
Augsburg: Mehrwegbecher-Pfandsystem zur Abfallvermeidung

Die Stadt Augsburg überlegt seit geraumer Zeit, wie die Entwicklung am wirkungsvollsten eingedämmt werden kann. Laut Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration, bietet ein umwelt- und verbraucherfreundliches Coffee-to-go-Mehrwegkonzept eine Chance, dem Abfallproblem zu begegnen.

Austauschgespräch mit Bäckereien und Cafés

Anfang August hatte der Umweltreferent zu einem Treffen eingeladen, an dem Vertreter von Bäckereien, Cafés, weiteren Anbietern von Coffee to go sowie des Studentenwerks und des Forums Plastikfreies Augsburg teilgenommen haben. Ziel des Gespräches war, Meinungen, Erfahrungen und Positionen zum Thema Coffee-to-go-Becher auszutauschen und für Konzepte zur Vermeidung der Einwegbecherflut zu werben. Dabei wurde auch ein Pfandbechersystem der Firma recup vorgestellt. Das junge Start-up-Unternehmen bietet ein Pfandsystem für Kaffee-Becher an, das einerseits die Einwegbecher-Flut eindämmt und andererseits den Kundinnen und Kunden den Kaffee zum Mitnehmen ermöglicht. „Wir haben uns verschiedene Pfandbecher-Systeme angeschaut. Das System der Firma Recup schien uns gut geeignet und wurde inzwischen auch in mehreren Städten – unter anderem in München – eingeführt. Deshalb habe ich recup gebeten, das Konzept vorzustellen“, so Reiner Erben.

Prüfung von Mehrwegsystemen

Wie der Umweltreferent weiter ausführt, sei die Problematik der Vermüllung durch Einwegbecher allen Akteuren bewusst. Daher würden Maßnahmen zur Eindämmung der Becherflut grundsätzlich befürwortet. So wird zum Beispiel bei einigen Anbietern Kaffee auch in Becher ausgeschenkt, die von den Kunden mitgebracht werden. Große Filialisten prüfen zudem Möglichkeiten zur Einführung eigener Mehrwegsysteme. Allerdings sind die Einwegbecher für viele Betriebe ein großer und wichtiger Werbeträger, auf den sie nicht verzichten möchten. Auch die materialtechnischen Anforderungen an die Becher wie etwa Geschmacksneutralität, Haltbarkeit und Hitzeschutz, als auch Fragen im Zusammenhang mit der Bechertauschlogistik sind noch zu klären.

Stadt sagt Pionieren Unterstützung zu

Zwischen den Coffee-to-go-Anbietern und dem Referat für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration soll nun ein enger Informationsaustausch über die weiteren Maßnahmen und Entwicklungen stattfinden. „Ein für das Stadtgebiet flächendeckendes Mehrwegsystem für Coffee-to-go-Becher ist nur realisierbar wenn sich zunächst einzelne Pioniere finden, die Pilotversuche starten. Dafür habe ich bei dem Treffen die Unterstützung der Stadt angeboten“, so Erben.

Kampagne „BRING YOUR OWN CUP“

Der Appell geht daher auch an die Bürgerinnen und Bürger in Augsburg, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und Einwegbecher zu vermeiden. Dazu stellte das Forum Plastikfreies Augsburg die Kampagne BRING YOUR OWN CUP vor. Im Rahmen der Lokalen-Agenda-21-Aktivitäten wirbt dieses Forum bei Kaffeehausbetreibern und Konsumenten dafür, Kaffee in mitgebrachte Becher auszuschenken. Weitere Infos auf www.nachhaltigkeit.augsburg.de/agendaforen/forum-plastikfreies-augsburg.html.

Bild: Kaffee zum Mitnehmen: Auch in Augsburg wird dieser meist in Einwegbechern serviert. Foto: Stadt Augsburg

erschienen am: 2017-08-21 im europaticker

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