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Fipronil: Zahl der belasteten Eier in Bayern offensichtlich stark gestiegen
SPD-Verbraucherschutzexperte von Brunn fordert transparente Information
Eier konsequenter auf mögliche Belastungen untersuchen

Die Zahl der mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier in Bayern ist offensichtlich stark angestiegen. Darauf weist der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn hin: "Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit listet inzwischen 47 Erzeuger-Codes auf seiner Webseite auf. Damit hat sich die Zahl in zehn Tagen mehr als verdoppelt!"

Von Brunn fordert die Staatsregierung deshalb auf, die Öffentlichkeit umfassend und transparent zu informieren: "Die Menschen wollen wissen, wie viele Fipronil-Eier genau nach Bayern gegangen sind und ob wirklich alles getan wird, um Verbraucher und Verbraucherinnen zu schützen! Reden wir auch in Bayern von vielen Millionen Eiern? Aber die zuständige Ministerin Ulrike Scharf ist offensichtlich im Urlaub oder schon wieder auf Tauchstation gegangen!" Von Brunn hat einen entsprechenden Berichtsantrag vorbereitet.

Der verbraucherschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion weist darauf hin, dass die Eier ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 28 Tagen nach dem Legen haben: "Das heißt, es können immer noch Fipronil-Eier in Kühlschränken liegen. Die Gefahr ist noch nicht vorbei. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher gut informiert werden. Davon ist die CSU-Staatsregierung aber weit entfernt!"

GRÜNE: Eier konsequenter auf mögliche Belastungen untersuchen

Fast täglich erreichen uns im Zusammenhang mit dem Fipronil-Skandal neue Hiobsbotschaften. Laut Medienberichten hat sich die Zahl der mit dem giftigen Insektizid belasteten Eier fast verdoppelt; die von der Bundesregierung zuletzt genannte Zahl von 10 Millionen betroffenen Eiern scheint bei weitem überschritten. Die CSU-Staatsregierung jedoch tut zu wenig, um die Bürgerinnen und Bürger in Bayern zu schützen, findet die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Rosi Steinberger.

Zwischen Bund und Ländern wurde ein bundesweites Überwachungsprogramm für Produkte, die mehr als 5% Ei enthalten, beschlossen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) will sich dabei mit rund 40 Proben einbringen. "Das ist lächerlich wenig", sagt Rosi Steinberger. "Angesichts von hunderttausenden mit Fipronil belasteten Eiern, die nach Einschätzung des LGL nach Bayern gelangt sind, reichen 40 Proben bei weitem nicht aus".

"Die CSU-Verbraucherschutzministerin hatte groß getönt, dass jetzt auch verarbeitete Lebensmittel auf Fipronil getestet werden sollen – das hatten wir von Anfang an gefordert. Was jetzt aber getan wird, ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", so Rosi Steinberger. Die Verbraucherschutzexpertin fordert angesichts der Größe des Skandals die Einsetzung einer europäischen Überwachungsbehörde.

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, hat Forderungen nach schärferen Gesetzen im Zuge der Fipronil-Funde bei Eiern zurückgewiesen.

„Die sogenannten Verbraucherschützer scheinen sich im Bundestags-wahlkampf zu befinden“, meint Heuer. Deutschland habe das beste, strengste und am meisten kopierte Lebensmittelrecht der Welt. Weil die Kontrollkette funktioniere, sei im Zuge der Fipronil-Funde konsequent durch Behörden und durch den Lebensmitteleinzelhandel reagiert worden. Die jetzige Kampagne diene dazu, die konventionelle Landwirtschaft, die Tierhaltung und den deutschen Einzelhandel zu stigmatisieren.

„Der eigentliche Skandal ist der Skandal. Organisationen wie Foodwatch sollen endlich aufhören, die Menschen zu verunsichern. Wir werden bedingt durch bessere Analysetechniken noch viele Fremdstoffe, auch bei Öko-Produkten, feststellen. Verbessert werden muss die Meldekette innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten. Hier gibt es in der Tat Nachholbedarf“, so Heuer.

erschienen am: 2017-08-21 im europaticker

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