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Wespenbesuch? Keine Panik!
LBV gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit Wespen – Keine hektischen Bewegungen – Wassernebel hilft

Sie sind klein, gelb-schwarz gestreift und mit einem Stachel bewaffnet – Wespen. Gerade wenn es in den nächsten Tagen noch einmal spätsommerlich warm wird, scheuen sich die Gemeine und die Deutsche Wespe nicht davor, Obstkuchen, Saft und Eis im Garten anzusteuern. Der Genuss von süßen Speisen unter freiem Himmel kann deshalb schnell unangenehm werden. Aber: die Begegnung mit den ungebetenen Gästen ist kein Grund zur Panik. Der LBV gibt hilfreiche Tipps, wie man sich bei Wespenbesuch richtig verhält und sich effektiv vor Stichen schützen kann.

Etwa ab August werden zwei Wespenarten wieder besonders aufdringlich. Bisher benötigten sie nur Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven. Jetzt erscheinen sie uns lästig, da sie nun gezielt nach Zucker, also Nahrung für sich selbst, suchen und auch Nahrungsmittel anfliegen. „Die Gemeine und die Deutsche Wespe ist besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise vor sich hat und hungrig ist“, erklärt LBV-Agrarbiologe Alf Pille. Doch viele vermeintliche Tricks um Wespen dauerhaft fernzuhalten, wie Kupfermünzen auf den Tisch zu legen, sind nutzlos. „Fangfallen oder Ablenkfutter haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden“, so der Agrarbiologe. „Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg.“

Klappt das nicht, ist es wichtig die Ruhe zu bewahren, wenn einem Wespen zu nahekommen. „Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe der gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger vermieden werden“, rät Alf Pille „und auf keinen Fall die Wespe wegpusten.“ Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Eine wirksame Methode um Zwischenfälle mit Wespen zu vermeiden ist es, das Insekt mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Die Wespe denkt, es finge an zu regnen und wird zurück in ihr Nest flüchten. Außerdem reagieren Wespen bei der Nahrungssuche normalerweise nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen.

Um unliebsame Zwischenfälle erst gar nicht entstehen zu lassen, helfen einfache Verhaltensregeln: Decken Sie Lebensmittel und Getränke im Freien ab und räumen Sie alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weg. „Wichtig ist es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken“, so der Agrarbiologe. Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden. Aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. Fliegengitter oder eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstüre, sind nützlich um Wespen aus Wohnung und Haus fernzuhalten.

Was viele Menschen nicht wissen: Ein Wespenvolk lebt nur vom Frühjahr bis zum Herbst. „Zwischen August und Oktober stirbt der gesamte Wespenstaat ab, nur die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen sich einen Unterschlupf für den Winter“, erklärt der Naturschützer. So lange sollte man auch mit der Beseitigung von Wespennestern warten. Nester dürfen weder zerstört noch ohne Genehmigung entfernt werden, da sie durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Bei einer notwendigen Beseitigung helfen Fachleute.

Mehr Infos und eine kostenlose Broschüre auch unter www.lbv.de/wespen

Bild: Wespe an Apfel - Peter Bria - LBV Archiv.jpg

erschienen am: 2017-08-24 im europaticker

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