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Vorgesehene Veränderungen auf dem Gelände der Zentraldeponie Emscherbruch
AGR schafft Entsorgungssicherheit ohne neuen Flächenverbrauch

Seit 1968 ist die Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) in Gelsen­kirchen fester Bestandteil der Infrastruktur, mit der die Entsorgungssicherheit in der Region hergestellt wird. Sie wird auf Basis des gültigen Planfeststellungsbeschlusses und der entsprechenden Änderungsgenehmigungen von der AGR mbH betrieben.

Deponiert werden auf der ZDE heute Abfälle der Deponieklassen (DK) I bis III nach den Vorgaben der Deponieverordnung (DepV) in jeweils voneinander getrennten Schüttbereichen. Im Nordosten des Geländes befindet sich derzeit noch ein Zwischenlager für Sonderabfälle, das bis Ende 2017 zu dem etwa zweieinhalb Kilometer entfernt liegen­den Abfallkraftwerk RZR Herten verlegt wird. Durch die Verlagerung werden alle Sonderabfall-Transporte zwischen dem Zwischenlager und dem Abfallkraftwerk RZR Herten entfallen. Zugleich werden Ablagerungskapazitäten auf der ZDE frei.

Aktualisierte und ergänzte Planung

In einem ersten Planungsschritt wurde 2015 die Erweiterung der Deponie im Norden um einen Deponieabschnitt für DK I-Abfälle vorgesehen. Hierüber hat die AGR im Zuge ihrer gewohnt transparenten Öffentlichkeitsarbeit Anwohner, Verwaltung und Politik sowie Medien in der Region umfänglich informiert, so auch in zwei öffentlichen Terminen am Standort.

Auf Basis der anhaltend positiven wirtschaftlichen Entwicklung, die zum Beispiel in der Bauwirtschaft deutlich erkennbar ist und zu deutlich gestiegenen Deponierungsmengen geführt hat, hat die AGR ihre Planung aktualisiert und ergänzt. Kernziel war und ist es, die Entsorgungssicherheit in der Region für alle hier anfallenden Abfälle zu gewährleisten.

Nach Verlegung des Zwischenlagers wird die Deponie im Nordbereich um einen Abschnitt für DK II-Abfälle gemäß Deponieverordnung, dies sind z.B. Böden und Bauschutt, erweitert. Das Zusatzvolumen beträgt ca. zwei Mio. m³.

Die AGR geht davon aus, dass dieser Schüttabschnitt innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre verfüllt und oberflächenabgedichtet sein wird. Zudem werden keine weiteren Flächen außerhalb des jetzigen Standorts in Anspruch genommen.

Gleichzeitig wird die Deponie im Hochpunkt um ca. zehn Meter erhöht. In diesen Bereichen soll weiteres Volumen für DK I- und DK III-Abfälle geschaffen werden. So kann in der Region die gesetzlich vorgeschriebene Entsorgungssicherheit für Abfälle der Deponieklassen I, II und III gewährleistet werden.

Auf die drei am Standort der ZDE zugelassenen Deponieklassen aufgeschlüsselt, sieht die AGR folgende zusätzliche Volumina vor: DK I: ca. 1,2 Mio m³, DK II: ca. 1,9 Mio m³, DK III: ca. 1,5 Mio m³.

Entsorgungssicherheit: Bedarfsanalysen belegen die Notwendigkeit

Die Notwendigkeit der Erweiterung ergibt sich zum Einen auf Basis der Ergebnisse der vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium (MKULNV NRW) beauftragten „Bedarfsanalyse für DK I-Deponien in Nordrhein-Westfalen“, die im Februar 2014 veröffentlicht wurde: So gab es mit Stand 2012 im Regierungsbezirk Münster kein ausreichendes DK I-Volumen, mit dem die vorgeschriebene Entsorgungssicherheit von zehn Jahren sichergestellt werden könnte.

Bis zum Jahr 2030 ist jedoch schon allein im Regierungsbezirk Münster von einem Deponierungsbedarf zwischen 4,0 Mio. und 6,4 Mio. Tonnen für DK I-Abfälle auszugehen. Für Abfälle der Deponieklassen II und III wird der deutlich höhere Bedarf an Deponiekapazitäten darüber hinaus durch eine umfangreiche Analyse im Auftrag der AGR mbH belegt.

Planfeststellungsverfahren läuft in den kommenden Monaten an

Das notwendige abfallrechtliche Planfeststellungsverfahren wird unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen und auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhalten. Weiterhin werden im Rahmen verschiedener Immissionsprognosen für die Bereiche Geruch, Lärm und Luftschadstoffe die Auswirkungen der Erweiterung dargestellt. Zum Antrag zählt auch ein Verkehrsgutachten. Verfahrensführende Behörde wird die Bezirksregierung Münster sein.

Durch das Schaffen von Deponievolumen an bestehenden Standorten leistet die AGR einen relevanten Beitrag zur Entsorgungssicherheit in der Region und damit zu ihrem öffentlichen Auftrag in der Daseinsvorsorge.

Die Präsentation aus dem Scopingtermin, den die verfahrensführende Bezirksregierung Münster am 5. Juli 2017 in Herten durchführte, ist hier abrufbar.

erschienen am: 2017-08-26 im europaticker

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