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Neuer Leitfaden für kleine Kommunen
Scharf: Klima-Anpassung vor Ort greifbar machen

Ein neuer Leitfaden soll speziell kleineren Kommunen in Bayern zeigen, wie sie mit den Folgen des Klimawandels umgehen können. Denn der globale Klimawandel ist längst auch in den kleinen Gemeinden angekommen, in denen die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen besonders anspruchsvoll ist: Überflutungen in Folge von Starkregen, hitzebedingte Belastungen oder die Dauer von Trockenperioden nehmen spürbar zu. Darauf wies die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hin: "Der Klimawandel trifft alle. Kleine Kommunen stehen vor großen Herausforderungen. Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel kann für kleine Kommunen zum Erfolgsmodell werden. Ein neuer Leitfaden für die Klimaanpassung vor Ort soll dafür sorgen, dass alle Kommunen profitieren. Die Informationsbroschüre wird konkrete Fragen beantworten, Hinweise zu Instrumenten und Strategien liefern und anschauliche Beispiele aufgreifen.

Die Kommunen sollen gemeinsam mit ihren Bürgern den Klimawandel meistern können." Der neue Handlungsleitfaden wird in den kommenden Wochen fertiggestellt und dann an alle Kommunen in Bayern versandt. Damit soll die Umsetzung neuer Projekte vor Ort, vom Hochwasserschutz über Begrünungen bis hin zu klimaangepasster Bauleitplanung, erleichtert werden. Durch eine umfangreiche Befragung der Kommunen sowie konkrete Pilotprojekte in Modellkommunen wurde geklärt, wie kommunale Gestaltungsprozesse gesteuert werden müssen, damit sie bei allen gesellschaftlichen Gruppen auf Akzeptanz stoßen. Dazu wurde in den bayerischen Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern eine Grundlagenstudie durchgeführt. Daran beteiligten sich über 400 Kommunen.

Im Rahmen der Studie zeigte sich, dass die Folgen des Klimawandels wie Starkregenereignisse, Hochwasser und Trockenheit bereits vielerorts feststellbar waren. 60 Prozent der Kommunen fühlen sich aktuell betroffen. Sogar 80 Prozent der Kommunen setzen sich bereits heute aktiv mit den Folgen des Klimawandels auseinander. Hierbei zeigte sich vor allem ein hohes Engagement bei der Nutzung regenerativer Energien und der Gebäudesanierung. Anpassungsmaßnahmen gab es überwiegend im Straßen- und Wegeunterhalt sowie bei der Hochwasserbekämpfung.

Zusätzlich zu dieser Grundlagenstudie fanden in den Modellkommunen Schwindegg und Mittenwald Pilotprojekte statt. Um dem wachsenden Siedlungsdruck gerecht zu werden und zugleich auf die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels reagieren zu können, erfolgte in Schwindegg die Neuaufstellung eines Flächennutzungsplans unter besonderer Berücksichtigung klimarelevanter Aspekte. In Mittenwald wurde ein ganzjähriges touristisches Zukunftskonzept erstellt, das konkret auf die Folgen des Klimawandels reagiert. Insbesondere sind dort Alternativen zum Wintersport aufgeführt, die neue Entwicklungsperspektiven für den Tourismus vor Ort schaffen sollen.

"Der neue Leitfaden soll Anstoßgeber sein, um das Thema Klimaanpassung langfristig auf die politische Agenda kleiner Kommunen zu bringen. Damit erweitern wir die Handlungspalette für unsere Kommunen um ein weiteres Instrument. Der neue Leitfaden ergänzt den interaktiven Klimacheck für Kommunen, der zeigt, wie sich der Klimawandel konkret auf eine Kommune auswirken kann. Ziel ist es, Bayern auf allen Ebenen klimasicher zu machen", so Scharf.

Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt belegen: Im Zeitraum von 1931 bis 2015 hat die Lufttemperatur in Bayern um 1,4 °C zugenommen. Die Folgen sind unter anderem eine zunehmende Hitzebelastung, eine Verlängerung der Vegetationsperiode um 26 Tage (1961 bis 2010), eine Veränderung von Tier- und Pflanzenarten, eine Ausbreitung neuer Arten wie der Tigermücke oder veränderte Bedingungen für den Tourismus.

Weitere Informationen sind im Internet verfügbar unter www.klima.bayern.de

 

erschienen am: 2017-08-27 im europaticker

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