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Holub: Wenn es darum geht, die Interessen der vom Lärm geplagten Menschen zu vertreten,
werden wir Grüne uns sicherlich nicht bremsen lassen
Kärnten: Tempo 100 auf der Wörthersee-Autobahn gefordert

Viele Menschen entlang der Wörthersee-Autobahn leiden unter einer Dauerlärmbelastung. Bei Tempo 100 würde die Lärmbelastung um die Hälfte sinken und gleichzeitig die Umwelt aufatmen. „Die von mir zu diesem Thema in Auftrag gegebene Studie hat klar gezeigt, wo die Politik ansetzen muss, um der Bevölkerung zu helfen,“ sagt dazu Umweltlandesrat Rolf Holub.

Die Süd Autobahn A 2 ist eine Autobahn in Österreich. Sie führt von Wien über den Wechsel, vorbei an Graz und Klagenfurt an die Staatsgrenze zu Italien bei Arnoldstein und weiter als italienische A23 („Alpe-Adria Autobahn“) nach Tarvisio, Pontebba, Udine und Palmanova. Mit dem Bau wurde in den 1960er Jahren begonnen. Das letzte Teilstück zwischen Völkermarkt-West und Klagenfurt-Ost wurde 1999 eröffnet. Mit einer Länge von 377,3 km (inkl. Zubringern) ist sie die längste österreichische Autobahn.

Die Kritik von Verkehrslandesrat Köfer, die Abteilung 9 wäre fälschlicherweise nicht eingebunden gewesen, hält Holub nicht für gerechtfertigt: „In der Studie ging es um die wissenschaftliche Untersuchung, ob die Voraussetzungen für die Geschwindigkeitsbeschränkungen grundsätzlich gegeben sind. Das Messen von Verkehrsbelastungen fällt als Umweltlandesrat in mein Ressort. Die Aussagen Köfers, es handle sich um meine „Privataktion“, entsprechen nicht meinem Verständnis von verantwortungsvoller Politik. Schließlich vertrete ich die Interessen Tausender BürgerInnen, die seit vielen Jahren für eine Verbesserung kämpfen.“

Ebenso ist es nicht zu erwarten, dass der LKW-Verkehr die Wörthersee-Autobahn bei Tempo 60 zukünftig meiden würde. Rechnet man die Auf- und Abfahrten, die Temporegulierungen von 50 bzw. 30 km/h sowie die LKW-Fahrverbote in manchen Wörthersee-Gemeinden mit ein, so wäre die Wörthersee-Autobahn immer noch die bei weitem schnellste Verbindung. Ein weiteres Scheinargument, welches einer genaueren Betrachtung nicht stand hält ist der Versuch, die geringfügig längere Fahrzeit als längere Lärmbelastung darzustellen: „In der Praxis schwankt die Lautstärke von Geräuschen stark mit der Zeit, der Schalldruckpegel ändert sich also laufend. Unser Ziel ist es, die Maximalbelastung der Menschen deutlich zu reduzieren.“

Auch die Aussagen von Landeshauptmann Kaiser, er werde die Forderung nach Tempo 100 nicht unterstützen, kann Holub nicht nachvollziehen: „Wenn der Landeshauptmann ohne die Studie überhaupt zu kennen bereits jetzt meiner Forderung medienwirksam eine Absage erteilt entsteht der Eindruck, dass nicht das Wohl der Menschen, sondern die Wählermaximierung im Mittelpunkt steht,“ so Holub.

Tempo 100 auf der Wörthersee-Autobahn würde einen Zeitverlust von zirka 2 Minuten für den Individualverkehr und 8 Minuten für den LKW-Verkehr bedeuten, für viele Menschen aber die Lebensqualität enorm verbessern. Immerhin ist andauernder Lärm nicht nur belastend, er ist auch ein Gesundheitsrisiko. „Es ist schade, wenn man im Land etwas verändern will und die „fossilen Kräfte“ von vornherein blockieren, ohne eine sachliche und fachliche Diskussion führen zu wollen. Selbstverständlich werde ich dem Landeshauptmann die Studie zukommen zu lassen und hoffe dann, eine Diskussion im Interesse der BürgerInnen der lärmgeplagten Wörthersee-Gemeinden führen zu können,“ so Holub abschließend.


erschienen am: 2017-08-28 im europaticker

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