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Erfolgreich eingesetzt wird das System in 16 europäischen Städten, unter anderem in
Oslo/Norwegen oder Nantes/Frankreich
Stadt Bern will neues Abfallsammlungssystem testen

Künftig soll die Bevölkerung der Stadt Bern Papier, Büchsen, Aluminium, Kunststoffe und Glas zuhause in verschiedenfarbigen Säcken sammeln und diese in einem einzigen Container entsorgen können. Um die Machbarkeit des geplanten «Farbsack-Trennsystems» sowie dessen gesellschaftliche und politische Akzeptanz zu prüfen, plant Entsorgung + Recycling einen Pilotversuch. Dazu hat der Gemeinderat zuhanden des Stadtrats eine Kreditvorlage verabschiedet.

Die Entsorgungsbedürfnisse der Bevölkerung haben sich im Zeitalter der 24-Stunden-Gesellschaft verändert. Das Trennen von Wertstoffen ist stark in unseren Gewohnheiten verankert. Doch möchten die Menschen ihren Abfall dann entsorgen, wann sie wollen – an jedem Wochentag, zu jeder Uhrzeit. Zudem ist ein genereller Trend zu kleineren Haushaltungen ohne Auto und zu Hauslieferungen feststellbar. Die zwölf städtischen Quartierentsorgungsstellen sind permanent übernutzt, was zu Belastungen der Nachbarschaft sowie zu einem grossen Reinigungs- und Betriebsaufwand für Entsorgung + Recycling führt. Für die Mitarbeitenden der Abfallentsorgung bergen die heutigen mobilen Sammlungen für Hauskehricht und Papier/Karton, bei denen sie die Abfallsäcke manuell in die Kehrichtwagen versorgen müssen, zudem hohe Gesundheitsrisiken. «Diese Situation ist für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Länge nicht mehr tolerierbar», meint dazu Gemeinderätin Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.

Neues System ist kundenfreundlicher und ökologischer

Mit der Einführung des sogenannten Farbsack-Trennsystems will die Stadt Bern den veränderten gesellschaftlichen und betrieblichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Die Leute sollen die Abfälle künftig zuhause in unterschiedlichen Säcken getrennt sammeln und in einem Container abholen lassen können. Das neue System ermöglicht einen schrittweisen Verzicht auf die überlasteten Quartierentsorgungsstellen und ist zudem aus ökologischer Sicht sinnvoll: Damit werden ideale Voraussetzungen geschaffen, um die Recyclingquote in der Stadt Bern weiter zu erhöhen. Ursula Wyss meint dazu: «Der Nutzen und der erhöhte Komfort des neuen Sammel-Systems überzeugen. Das bringt mehr Umweltschutz, ist kundenfreundlicher und belastet die Gesundheit unserer Mitarbeitenden weniger. Die Stadt Bern leistet mit der Einführung des Farbsack-Trennsystems schweizweit Pionierarbeit».

Zuerst als Pilotversuch

Die geplante Art der Abfallsammlung gibt es in der Schweiz nicht. Bereits erfolgreich eingesetzt wird das System hingegen in 16 europäischen Städten, unter anderem in Oslo/Norwegen oder Nantes/Frankreich. Nach dem Willen des Gemeinderats soll nun in Bern ab Mitte 2018 ein einjähriger Pilotversuch mit Freiwilligen durchgeführt werden, um die Praxistauglichkeit, die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Wirtschaftlichkeit zu testen. Weiter soll der Versuch zeigen, wie viele Container bei einer stadtweiten Einführung benötigt werden und wie viele Standplätze auf privatem oder öffentlichem Grund zu liegen kommen. Erst die Erfahrungen aus dem Versuch werden es erlauben, ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten und zu entscheiden, ob das neue System von der Bevölkerung akzeptiert wird und stadtweit eingeführt werden soll. Walter Matter, Leiter Entsorgung + Recycling Stadt Bern betont: «Die Mitwirkung der Bevölkerung ist uns sehr wichtig und für das Gelingen des Projekts entscheidend.»

Für den Pilotversuch hat der Gemeinderat zuhanden des Stadtrats einen Investitionskredit von 130’000 Franken und einen Verpflichtungskredit von 565’000 Franken verabschiedet.

erschienen am: 2017-08-29 im europaticker

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