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Weiterentwicklung des Notfallschutzes durch Umsetzen der Erfahrungen aus Fukushima
Strahlenbelastung im Jahr 2015

Die Bundesregierung hat den Bericht zur Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2015 vorgelegt (18/13180). Der Bericht gibt Auskunft über die Strahlenexposition in verschiedenen Sektoren. Die berechnete Gesamtexposition beträgt laut Bericht 3,8 mSv pro Person und Jahr. Das sind 0,2 mSv weniger als 2014. Diese Abweichung ergebe sich durch die vorläufige Form der Datenerhebung bei der Röntgendiagnostik, schreibt die Bundesregierung.

Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi im März 2011 hat das Bundesumweltministerium die SSK um Prüfung gebeten, ob die Lehren aus dem Reaktorunfall Änderungen des deutschen Regelwerkes für Notfallplanung und Notfallmaßnahmen erfordern.

In mehr als drei Jahren Bearbeitungszeit hat die SSK als Ergebnis dieser Prüfung fünf neue Empfehlungen (Fragestellungen zu Aufbau und Betrieb von Notfallstationen, Planungsgebiete für den Notfallschutz in der Umgebung von Kernkraftwerken, Planung der Iodblockade in der Umgebung stillgelegter Kernkraftwerke, Prognose und Abschätzung von Quelltermen bei Kernkraftwerksunfällen, Planungsgebiete für den Notfallschutz in der Umgebung stillgelegter Kernkraftwerke) erarbeitet und vier ältere Empfehlungen (Kriterien für die Alarmierung der Katastrophenschutzbehörde durch die Betreiber kerntechnischer Einrichtungen, Radiologische Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei Ereignissen mit Freisetzungen von Radionukliden, Rahmenempfehlungen für die Planung von Notfallschutzmaßnahmen durch Betreiber von Kernkraftwerken, Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen) aktualisiert. Schließlich hat sie weitere 76 Einzelempfehlungen im Rahmen einer umfassenden Bewertung zusammengestellt und in der 274. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 19./20. Februar 2015 verabschiedet.

Wesentliche Ergebnisse im Berichtsjahr bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland:

Gesamtbewertung der ionisierenden Strahlung:
Die berechnete Gesamtexposition beträgt 3,8 mSv pro Person und Jahr. Die Abweichung gegenüber dem Vorjahr (4,0 mSv) ergibt sich durch die vorläufige Form der Datenerhebung bei der Röntgendiagnostik.

Medizinische Strahlenexposition:
Die Anzahl der Computertomographien pro Einwohner und Jahr hat zwischen 2007 und 2014 um 40 % zugenommen (geändertes Berechnungsverfahren).

Die mittlere effektive Dosis der Bevölkerung durch medizinische Strahlenexposition bildgebender Verfahren beträgt 1,55 mSv (Daten von 2014).

Berufliche Strahlenexposition:
Die mittlere Jahresdosis exponierter Personen liegt bei 0,46 mSv, damit leicht unter Vorjahresniveau  (2014: 0,50 mSv).

Strahlenexposition des Flugpersonals:
Die mittlere Jahresdosis beträgt 1,9 mSv (wie im Vorjahr).

Die höchste Jahresdosis des fliegenden Personals liegt bei 5,7 mSv (2014: 6,3 mSv).

Register hochradioaktiver Strahlenquellen:
Es ist eine Zunahme auf 40 000 registrierte Quellen (2014: 34 500) von 684 Genehmigungsinhabern (2014: 667) zu verzeichnen.

Schachtanlage Asse:
Auf Grund der Anwendung eines präziseren Modells zur Ermittlung der Strahlenexposition ergeben sich effektive Jahresdosen von 0,1 μSv für Erwachsene und 0,4 μSv für Säuglinge.

Kernkraftwerksunfälle:
Tschernobyl: Jährlich nehmen die Cäsium-137-Inventare aus dem Unfall um 2–3 % in Boden und Nahrungsmitteln ab; die Kontamination von Wild und Pilzen ist jedoch immer noch vergleichsweise hoch,

Überschreitungen der Grenzwerte gibt es bei Wildschweinfleisch in Einzelfällen.
Fukushima: Im Berichtsjahr wurden in Deutschland keine Radionuklidaktivitäten aus dem Unfall gemessen.

Nichtionisierende Strahlung:
Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Kommunikationsaktivitäten von BMUB und BfS liegt aktuell beim Ausbau der Stromnetze. Die Möglichkeiten zur Minimierung der von den Anlagen ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder sind auszuschöpfen.

NIR-Anwendungen am Menschen im Wellnessbereich gewinnen zunehmend an Bedeutung und müssen untersucht werden.

Hautkrebspräventionsmaßnahmen müssen gefördert werden.
Der UV-Index erreichte im Juni in Süddeutschland einen Wert von 9.

Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2015

erschienen am: 2017-08-31 im europaticker

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